Monday, July 26, 2010

In der PRESSE: Klimaforschung und die Medien. Eine fragile Beziehungsgeschichte.

Die beiden CLISAP-Klimaforscher Irene Neverla (Medienwissenschaftlerin) und Hans von Storch (Klimastatistiker) schreiben in der österreichischen PRESSE vom 24. Juli 2010 über die mediale Karriere des Klimaproblems.
Unter dem Titel "Wer den Hype braucht" (Original: Klimaforschung und die Medien. Eine fragile Beziehungsgeschichte") heisst es "Am Anfang war „Klimawandel“ nur eine – gut begründete – Hypothese. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde daraus mediale Gewissheit: erst die einer nahenden Katastrophe, schließlich die einer längst gegenwärtigen globalen Tragödie. Zur Karriere eines Begriffs." Der ganze Text auf der Webseite der Presse.com.

5 comments:

Anonymous said...

Hallo,


Da ich gerade dabei bin ...

Der Laie ist der Medienkonsument und die Medien wollen gut beim Laien rüberkommen. Der Wissenschaftler will zuerst einmal forschen und dann seine Erkenntnise vermitteln.

M.E. sind sehr viele Klimawissenschaftler privat Oekoaktivisten und sehen ihre Wissenschaft nur noch durch diese Brille.

Egal wie und weswegen der Planet den Bach runter geht, der Klimawissenschaftler sieht nur das Klima. Die Ölkatastrophe hat uns gezeigt, dass es neben dem Klimawandel andere Umweltproblme gibt und dass wir die globalen Probleme nur lösen können, wenn wir da anfangen wo die grösste Wirkung erzielt wird.

Der ganze Untergangswahn hat heute eine ähnliche Aufgabe in der Gesellschaft wie früher die Angst vor dem Russen z.B. oder dem Atomkrieg, bzw. der Aufrüstung.

Irgendwie denkt jeder dauernd daran. Die Umweltzerstörung ist unser gemeinsamer Feind und macht uns alle zu Bürgern dieser Erde die ein gemeinsames Ziel haben.

Das ist aber auch das einzige Positive was ich darin erkennen kann. Die Klimadiskussion hat dazu geführt, dass ich meine so geliebte Wisenschaft allmählich hasse. Ich hasse dumme arrogante fanatische Wissenschaftler die jeden Zweifler persönlich beleidigen. (Damit meine ich nicht Sie!)

Ich mag es nicht wie die üblichen Verdächtigen wie Realclimate und Herr Rahmstorf z.B. jetzt schon wieder überall Verrat wittern. Es ist wohl mal wieder an der Zeit den Wissenschaftsjournalisten durch den Dreck zu ziehen.

Ich meine, jeder sieht doch dass die Erwärmung sich beschleunigt hat und dass es 10 nach 12 ist .... vielleicht sogar Mitternacht ;-)

Wissenschaft ist wertlos wenn sie nicht objektiv und ehrlich ist und wer Unwissende beleidigt ist kein Wissenschaftler ....

Journalisten schreiben für Laien und berichten über die Fehler derjenigen die die Fehler gemacht haben. Ist das ein Verbrechen?

MfG
Ich

Björn said...

Congratulations to Hans for this very enlightening history of climate change reception in the media. Very well written indeed!

The funny thing is: It looks like either journalists write about the failure of scientists (cf. May article in Spiegel that Hans was referring to in Die Presse) OR scientists write about the failures of journalists. As Hans pointed out rightfully: Where is the self-critical reflection of journalists on journalism in the climate debate?

Hans von Storch said...

Thanks, Björn, for your kind words, but I should point out that most of the article was written and formulated by my colleague Irene Neverla, who is a professsor in media science.

Werner Krauss said...

I push the 'like' button, too!

Anonymous said...

Im Haus der Wissenschaft gibt es Biedermänner und Brandstifter. Derzeit führen sie uns das Stück in einer neuen, besonders lärmigen Inszenierung vor. Dabei bilden die beiden Gruppen je für sich Minderheiten. Man mag in ihren Zielen keine Übereinstimmung erkennen, aber - und das ist der Punkt - gemeinsam stellen Biedermänner und Brandstifter in einer weder beabsichtigten, noch bewusst wahrgenommenen Koalition die Mehrheit. Eine Mehrheit, die all jene dominiert, die Aufklärung und Vernunft zur Richtschnur ihres Denkens und Handelns bestimmt haben.

Das Laissez-faire, das Irgendwie-Einverstanden-Sein und Nachgeben, Group-Think und "Konsens" verkleistern, was als "good practice" oder "good science" gelten darf. Politische Interessen und weltanschauliche Überzeugungen beeinflussen oder bestimmen die wissenschaftliche Arbeit. Bisher nicht gekannte Formen einer weltweiten Hierarchisierung eignen einer relativ kleinen, elitären Gruppe die Deutungshoheit zu, der die anderen sich unterwerfen haben, - wünschen sie am Prozess weiterhin teilzunehmen und mit Aufmerksamkeit (und Forschungsgeld) bedacht zu werden.

Gleichzeitig verlagern sich die politischen Entscheidungen immer weiter weg von den Bürgern hin zu postdemokratischen Gebilden, die sich fern jeder ernsthaften demokratischen Kontrolle als Wahrheitsministerien und Wohlfahrtsbehörden etablieren. Im globalen Präventionsstaat herrschen eingebildete Eliten über das Schicksal der "dummen Massen".
Das Fundament dieser geschichtlich beispiellosen Anmassung bildet die Vorstellung und die (Not)Bewirtschaftung eines fortwährenden "Kriegszustandes": "Krieg" gegen Drogen, Krankheiten, Armut, Klimawandel etc.

Die Vertreter und Nutzniesser dieses medial breit propagierten permanenten Kriegszustandes erteilen sich ihre Befugnisse vor der Drohkulisse eines behaupteten "übergesetzlichen Notstands", dem mit einer kommissarischen Diktatur zu begegnen sei, die Forderungen nach "Notrecht", "Ausnahmezustand", "Gefahrenabwehr", "Vorsorgeprinzip" etc. durchsetzt und demokratische Entscheidungsprozesse ausser Kraft setzt. Kritiker werden unter solchen Verhältnissen mit Vorliebe mundtot gemacht, als "Denier", als "Verräter an der "guten" oder gemeinsamen Sache. Der "Krieg" findet seine ersten Opfer weit hinter der eigenen Front, darunter die eingangs erwähnten Kategorien der Vernunft und der Aufklärung.

Was ist zu tun? Die Wissenschaft, speziell die Klimatologie täte gut daran, ihre "Tempel" zu säubern und all jene des Hauses zu verweisen, die sich der "Richtschnur" nicht verpflichtet fühlen und ihre weltanschaulichen und politischen Agenden durchzusetzen wünschen. Und sie wäre gut beraten, zu einer "gesunden" Distanz zu Politik und Medien zurückzufinden. Zu ihrem eigenen und zu unserem Besten.