Monday, June 2, 2014

Deutsche Zusammenfassung von IPCC WG 3

Am Sonntag, 18. Mai 2014 in der WELT am Sonntag Vorwürfe über eine Informationsbroschüre von Bundeseinrichtungen zum Thema IPCC (Nachtrag 4. Juni 2013 - http://www.welt.de/wirtschaft/article128124861/Die-dreiste-Berichtsfaelschung-der-Klimatrickser.html";vollständige Fassung). Da es immer gut ist, Betroffene mit O-Ton zu lesen, habe ich Christiane Textor von der Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle und Harry Lehmann vom UBA angeschrieben mit ein paar Fragen. Nach etwa 14 Tagen gab es von Christiane Textor diese (vermutlich abgestimmten) Antworten:

Frage: In dem Bericht wird behauptet, dass in dem Gemeinschaftswerk von BMU, BMBF, UBA und Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle Ergebnisse der WG III des IPCC selektiv dargestellt werden, bzw. dem IPCC Bericht Aussagen unterstellt werden, die sich dort nicht so finden. Dabei wird spekuliert, dass dies dazu diene, unerwünschte Kritik von der bundesdeutschen Klimapolitik fern zu halten? Ich könnte mir denken, dass das vielleicht nicht die ganze Geschichte ist - was ist wirklich geschehen?

Zwei Sätze in der erwähnten vierseitigen Kurz-Zusammenfassung („Kernbotschaften“), in denen es um den Emissionshandel geht, haben zu Missverständnissen in der Öffentlichkeit geführt. Gegen die Autoren dieses Textes wurde in der WamS auch der Vorwurf erhoben, sie würden aus politischen Gründen den Inhalt des IPCC entstellen oder gar verfälschen. Dazu folgende Klarstellungen:

Bei den „Kernbotschaften“ handelt sich nicht um eine wörtliche Übersetzung, sondern um eine erläuternde Zusammenfassung der Kernaussagen des IPCC-Berichts in deutscher Sprache, um der interessierten Öffentlichkeit den Zugang zu den umfangreichen Ergebnissen des IPCC zu erleichtern. Die “Kernbotschaften” wurden in Zusammenarbeit mit Autoren des IPCC-Berichts erarbeitet, d.h. sie wurden den deutschen Leitautoren des IPCC zur kritischen Durchsicht vorgelegt, allerdings nicht durch diese autorisiert. Als maßgeblich ist daher in jedem Fall der Wortlaut des durch den IPCC veröffentlichten Textes zu betrachten. Eine vollständige deutsche Übersetzung der offiziellen Zusammenfassung für Entscheidungsträger befindet sich in Vorbereitung.

Aufgrund der starken Verkürzung, wie sie bei einer Zusammenfassung unvermeidlich sind, enthalten die „Kernbotschaften“ Formulierungen, die inhaltlich kongruent mit dem IPCC-Bericht sind, aber unterschiedliche Lesarten und Interpretationen zulassen und zu Missverständnissen führen können. Der Vorwurf der Manipulation und Verfälschung des IPCC-Berichts entbehrt jeder Grundlage und wird daher entschieden zurückgewiesen.

Um die entstanden Missverständnisse im Text auszuräumen, wurden die „Kernbotschaften“ inzwischen an zwei Stellen durch klarere Formulierungen ersetzt und erweitert, siehe www.de-ipcc.de/de/200.phpwww.de-ipcc.de/de/200.php. Es handelt sich um folgende Passagen:

In der Version vom 13.4.2014 hieß es:

"Für den Erfolg von Emissionshandelssystemen ist es notwendig, ausreichend hohe Preise für Emissionszertifikate zu erreichen, um Anreize für einen Wechsel zu kohlenstoffarmen Energieträgern zu bieten."

Dieser Satz wurde durch folgende Version ersetzt:
„Damit Emissionshandelssysteme einen Beitrag zur Entwicklung von klimafreundlichen Technologien leisten können, müssen die Obergrenzen bindend und hinreichend streng sein, so dass über die Preise der Emissionszertifikate ein ausreichender Anreiz für einen Wechsel zu kohlenstoffarmen Energieträgern gesetzt wird.“

Begründung: Die neue Formulierung vermeidet eine missverständliche Interpretation des Begriffs „Erfolg“. Zudem verdeutlicht sie die Wirkungsweise der Obergrenzen von Emissionshandelssystemen. Der missverständliche Hinweis auf „ausreichend hohe Preise“ wurde ersetzt durch eine qualitative Aussage mit Bezug auf Anreize.

In der Version vom 13.4.2014 hieß es:
„Der Emissionshandel beeinträchtigt die Wirkung anderer Maßnahmen, es sei denn die Anzahl der zulässigen Zertifikate wird flexibel angepasst.“
Dieser Satz wurde durch folgende Version ersetzt:
„Zusätzliche Maßnahmen ergänzend zu einem Emissionshandel mit einer bindenden und hinreichend strengen Obergrenze führen innerhalb einer Handelsperiode nicht zu einer zusätzlichen Emissionsminderung, wenn die Obergrenze innerhalb der Periode unverändert bleibt.
Zusätzliche Maßnahmen können zu Kostensenkungen führen, so dass zukünftig zu gleichen Kosten ambitioniertere Ziele möglich sein könnten. Außerdem können Marktversagen in Bezug auf Innovation oder die Verbreitung von Technologien durch ergänzende Politikmaßnahmen verhindert werden.“

Begründung: Die Wechselwirkung der Instrumente wird allgemeiner dargestellt. Außerdem wird die Gültigkeit der Aussage an die Bedingung geknüpft, dass der Emissionshandel funktionsfähig sein muss (mittels bindender und hinreichend strenger Obergrenzen innerhalb einer Handelsperiode). Damit wird die missverständliche Aussage zur „Anzahl der zulässigen Zertifikate“ klargestellt. Mit den zwei zusätzlichen Sätzen wird die Wirkung von Zusatzmaßnahmen auf zukünftige Emissionen und das Verhindern von Marktversagen verdeutlicht.

Die Formulierung dieser Aussagen beruht auf der Technischen Zusammenfassung, 3. Teilbericht des 5. IPCC-Sachstandsberichts:
·       “RE subsidies have no further impact on reducing emissions within the time period that the cap applies (although they may affect costs and possibly the viability of more stringent future targets) (medium evidence, high agreement). In either case, additional policies may be needed to address market failures relating to innovation and technology diffusion.”

·       “Different factors reduced the price of EU Emissions Trading System (ETS) allowances below anticipated levels, thereby slowing investment in mitigation (high confidence). While the European Union demonstrated that a cross‐border cap‐and‐trade system can work, the low price of EU ETS allowances in recent years provided insufficient incentives for significant additional investment in mitigation.“

·       “The low price is related to unexpected depth and duration of the economic recession, uncertainty about the long‐term emission reduction targets, import of credits from the Clean Development Mechanism (CDM), and the interaction with other policy instruments, particularly related to the expansion of renewable energy as well as regulation on energy efficiency. It has proven to be politically difficult to address this problem by removing emission permits temporarily, tightening the cap, or providing a long‐term mitigation goal.”

Frage: In welchem Maße ist die Kurzfassung tatsächlich durch den IPCC Bericht gedeckt, und inwieweit sind eigene Einschätzungen der beteiligten Institutionen eingegangen? Welche der vier Institutionen würde beanspruchen, eigene signifikante Sachkompetenz im Hause zu haben, um die erforderliche Kontextualisierung des IPCC Berichts durchzuführen?

Die Zusammenfassung in den „Kernbotschaften“ bezieht außer der Summary for Policy Makers und der Technical Summary auch den gesamten 3. Teilbericht des IPCC mit ein. Die Auswahl der in den „Kernbotschaften“ erwähnten Aussagen des IPCC-Berichts beruht auf der Einschätzung der beteiligten Institutionen. Alle Formulierungen sind inhaltlich kongruent mit dem IPCC-Bericht, lassen aber aufgrund der starken Verkürzung, wie sie bei einer Zusammenfassung unvermeidlich ist, unterschiedliche Lesarten und Interpretationen, die zu Missverständnissen führen können. Diese wurden in der aktualisierten Fassung geklärt. 

Ein Redaktionsteam bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der genannten Institutionen haben die „Kernbotschaften“ erstellt. Dabei wurden die beiden Ministerien durch die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle und das Umweltbundesamt fachlich-inhaltlich unterstützt.

Frage: Eine Kurzfassung der IPCC Berichte anzufertigen, sozusagen ein Summary for Policymakers vom Summary for Policymakers, ist sicher hilfreich - wie war die Qualitätssicherung für diese Zusammenfassung sicher gestellt worden? Sind externe Gutachter involviert worden, oder lief das innerhalb der vier Institutionen?

Das Redaktionsteam hat sichergestellt, dass alle Aussagen in den „Kernbotschaften“ durch den Bericht gedeckt sind. Die Aussagen wurden zudem in enger Zusammenarbeit mit Autoren des IPCC-Berichts erarbeitet, d.h. sie wurden den deutschen Leitautoren der jeweiligen Berichtsteile zur kritischen Durchsicht vorgelegt, allerdings nicht formal durch diese autorisiert.



71 comments:

Richard S J Tol said...

The new text is closer to the original.

In her commentary, Textor adds: "Zusätzliche Maßnahmen können zu Kostensenkungen führen, so dass zukünftig zu gleichen Kosten ambitioniertere Ziele möglich sein könnten."

The opposite is true is almost all theoretical cases and all empirical ones.

hvw said...

The opposite is true is almost all theoretical cases and all empirical ones.

This is difficult to reconcile with this statement in the TS:
There is a distinct role for technology policy as a complement to other mitigation policies (high confidence). Properly implemented technology policies reduce the cost of achieving a given environmental target.

Misunderstanding, or yet another case of IPCC bias caused by groupthink?

eduardo said...

I had understood that the most critical paragraph in the original was :

“RE subsidies have no further impact on reducing emissions within the time period that the cap applies (although they may affect costs and possibly the viability of more stringent future targets) (medium evidence, high agreement).'

which was not included in the German summary ( at least I cannot see it in the statement by the German IPCC Coordination Staff

I can understand the rationale why subsidies are not effective any more when certificates can be traded. And also why this was not included in the German summary (if it really wasnt)

Karl Kuhn said...

The German policy may not follow IPCC recommendations, but given that carbon permits are too high (and thus ultimately cheap), the only way to drive up the share of renewables is the use of massive subsidies.

The interesting question, however, is whether the generous German subsidies would be cut or abaondoned in case the cap-and-trade would be made really effective.

Pekka Pirilä said...

"This is difficult to reconcile with this statement in the TS:

There is a distinct role for technology policy as a complement to other mitigation policies (high confidence). Properly implemented technology policies reduce the cost of achieving a given environmental target."

The above tells that a well chosen additional policy may lead to future benefits for the particular target technology. There are, however, two problems that are likely to lead to the reversion of the benefits.

1) In the above, it's implicitly assumed that other incentives are unchanged, i.e., the price of permits is not affected. As discussed, this is not the real case, where the price of permits is been affected very significantly. Therefore development in other areas is hampered leading with high likelihood to worse outcome also in near future at least, possibly even in distant future.

2) There's the assumption that the other policies are well chosen, i.e., chosen more wisely than markets can do. This is also a very questionable assumption.

There's as high likelihood that the parallel operation of the two schemes both adds to the total costs and reduces the effectiveness.

Georg Hoffmann said...

@Richard Tol
""Zusätzliche Maßnahmen können zu Kostensenkungen führen, so dass zukünftig zu gleichen Kosten ambitioniertere Ziele möglich sein könnten."

The opposite is true is almost all theoretical cases and all empirical ones."

Ich dachte, die in der Tat hochsubventionierte Fotovoltaik ist unter anderem durch die Subventionierung finanziell interessant geworden und mitlerweile in chinesischen Haenden um ein Vielfaches billiger geworden. Kann man denn empirisch (wie Sie sagen) ausschliessen, dass diese Preisentwicklung nichts mit der Subventionierung zu tun hat?

Hans von Storch said...

Dankenswerterweise hat mir der Author des WamS-Artikels, Daniel Wetzel, einen Link zum vollständigen Artikel mitgeteilt - oben schon eingearbeitet

Georg Hoffmann said...

@Hans
Ich weiss ja, dass kategorische Urteile, ach was, auch nicht- kategorische Urteile nicht so deine Sache sind, aber gehst du denn mit dem Autor Daniel Wetzel d'accord, dass es sich hierbei um eine "Faelschung" (Zitat) handelt, was ja je nach Form des gefaelschten Dokumentes eine Straftat darstellt/darstellen kann.

(PS Am liebsten waere mir natuerlich eine kategorische Antwort, die mit Ja/Nein anfaengt und dann erst in die Details geht, aber nun ja..)

Hans von Storch said...

Georg, wenn ich hier ein Thema zur Diskussion stelle, bedeutet daß nicht, daß ich persönlich der einen oder der anderen Meinung zuneige, oder gar kategorisch zustimme. Ich denke nur, daß es ein Fall für eine offene Diskussion ist, und freue mich über Argumente, die vorgebracht werden (und auch wurden).
Fragen, die im öffentlichen Raum entstehen, verdienen es, beleuchtet zu werden, und zwar im O-Ton Beiträgen der Beteiligten (daher fragte ich auch UBA und IPCC Stelle). Ich habe die Sache auch erst gebracht, nachdem Christiane Textor's Stellungnahme verfügbar war, also 14 Tage nach dem Artikel in der WamS.

Mein Urteil ist oftmals von der Art "Wir stellen fest, daß wir ähnliche Sachstandeinschätzungen verschieden interpretieren." Das ist dann meist eine korrekte Sachstandbeschreibung der sozio-kulturellen Realität. Die Frage ist dann, ob man vielleicht trotzdem was gemeinsam machen kann; meist ist die Antwort: ja.

Georg Hoffmann said...

@Hans
"Fragen, die im öffentlichen Raum entstehen, verdienen es, beleuchtet zu werden, und zwar im O-Ton Beiträgen der Beteiligten (daher fragte ich auch UBA und IPCC Stelle)."

Das verstehe ich absolut. Trotzdem habe ich jetzt aber nun mal dich gefragt, ob du hier in dieser Zusammenfassung eine Faelschung vorliegen siehst. Es kann ja sein, dass die Antwort keine Relevanz fuer die sozial-kulturelle Realitaet hat und dass die Antwort nicht hlft, bei der Frage, ob man was zusammen machen kann. Aber mich interessiert es halt.

hvw said...

Jedenfalls ist es interessant zu sehen, wie so ein Welt-Artikel, grosszügig interpretiert und noch ein bisschen mehr auf "skandalös" gebogen, es als politische Schrotkugel in ein US House hearing schafft, im Gegensatz zu den zu diesem Zeitpunk bereits veröffentlichten Erklärungen und Korrekturen. Nicht schlecht, Herr Wetzel.

Anonymous said...

@ hvw

Immerhin gehört Wetzel explizit nicht zu den Autoren, vor denen das Umweltbundesamt warnt ;-)

Aber Spaß beiseite:
Bin kein WELT-Leser und habe die Geschichte nicht verfolgt. Wo ist genau der Skandal?

Dass die Politik ein Gutachten (welches sich nicht einmal mit der deutschen Energiepolitik befasst) zu ihren Gunsten auslegt und es als Bestätigung der eigenen Politik präsentiert?

Vielleicht bin ich zynisch, aber so läuft das doch seit Jahrzehnten bei praktisch jedem Gutachten, oder?

Andreas

Georg Hoffmann said...

By the by I asked the question of additional national measures within an international cap and trade system to Prof Le Cacheux http://www.ofce.sciences-po.fr/pages-chercheurs/home-lecacheux.htm at this conference http://scienceblogs.de/primaklima/2014/05/28/die-geilsten-seminarsaele-eures-lebens-heute-el-hospital-de-los-venerables/.

He answered that this (ie the contraproductive additional measures) would only hold if the EU wide emission pricing system would work. However the price is meaningless and basically no constraint for whatever. He said effectively he sees only Germany right now doing something about CO2 emissions.
The latter is astonishing given that after shutting down 8 nuclear power plants and the price driven change to coal burning seems rather to point to the contrary.

Karl Kuhn said...

The IPCC-Document states the obvious:

Additional subsidies for renewables drive down the prices for CO2 emission permits, as they help replacing fossil capacity. But these low emission prices in turn crowd out CO2-efficient but more expensive natural gas in the favour of coal.

This is exactly what we see in Germany, and it is an inconvenient outcome for the German government. To prevent this replacement of gas by coal, you would have to reduce the Overall volume of emission permits, making energy supply even more expensive. Still, this is what the Environment ministry is lobbying for within the Germnan government, and they are trying the use the authority of the IPCC Report for this.

In my view, they are misrepresenting the Report, as they are trying to supress the inconventient part of the message.

Anonymous said...

"ein Summary for Policymakers vom Summary for Policymakers, ist sicher hilfreich"

Ist es das tatsächlich? ein von politischen Interessen geprägtes Dokument zusätzlich politisch bzw. bürokratisch interpretiert ... und am Ende - mit der üblichen 97% Lackierung - als wissenschaftlich gestützte Gewissheit verbreitet.
Die Sittenverluderung kennt keine Grenzen mehr. Wie wär's stattdessen mit einer überfälligen korrekten Übersetzung von WG1 und dem SfPM durch die beauftragten Ministerien, damit sich die interessierten Bürgerinnen und Bürger endlich selbst ein Bild machen können.

V. Lenzer

Georg Hoffmann said...

@V.Lenzer
Ihre Antwort beeinhaltet so ziemlich alles, was ich an (insbesondere deutschen) Klimaskeptikern so schaetze. "Uns wird nicht die Wahrheit gesagt. Wir werden betrogen und belogen. Die grosse Klimaverschwoierung verwehrt uns eine schoene Uebersetzung. Ach, Herr, wenn es doch nur eine Uebersetzung gaebe, meine Seele wuerde wieder gesund" Als wenn irgendjemand, der sich auch nur peripher fuer das Thema interessiert und der es tatsaechlich soweit braechte, diese Zusammenfassung der Zusammenfassung zu lesen (haben Sie auch nicht gemacht, gell?), nicht in der Lage waere, das Original zu lesen.
Wie schon x-fach erklaert, ist eben jeder SPM eine arg politische Sache.
http://www.robertstavinsblog.org/
Wer nur die Wissenschaftler hoeren will, muss den Gesamttext (auch gerne in russisch und chinesisch) lesen.

hvw said...

@Georg Hoffmann #13

The latter is astonishing given that after shutting down 8 nuclear power plants and the price driven change to coal burning seems rather to point to the contrary.

Maybe the man associates with "doing something about CO2 emissions" measures that are relevant for global total emissions on climatic timescales, such as contributions to path-dependency breaking and experiments with cross-cutting structural changes, that include for example infrastructure, institutions and legal framework. Maybe he thinks that a one-year hiatus in the German national emission trend is not important in this context.

@Andreas #12

Immerhin gehört Wetzel explizit nicht zu den Autoren, vor denen das Umweltbundesamt warnt ;-)

Da braucht er sich nicht grämen. Wenn er einen ordentlichen Antrag schreibt, wir er bestimmt noch aufgenommen.

Anonymous said...

Als wenn irgendjemand, der sich auch nur peripher fuer das Thema interessiert und der es tatsaechlich soweit braechte, diese Zusammenfassung der Zusammenfassung zu lesen (haben Sie auch nicht gemacht, gell?), nicht in der Lage waere, das Original zu lesen.

Ich weiss ja, dass kategorische Urteile, ach was, auch nicht- kategorische Urteile nicht so deine Sache sind, aber gehst du denn mit dem Autor Daniel Wetzel d'accord, dass es sich hierbei um eine "Faelschung" (Zitat) handelt, was ja je nach Form des gefaelschten Dokumentes eine Straftat darstellt/darstellen kann.

(PS Am liebsten waere mir natuerlich eine kategorische Antwort, die mit Ja/Nein anfaengt und dann erst in die Details geht, aber nun ja..)


Yeph

Anonymous said...

Ihre Antwort beeinhaltet so ziemlich alles, was ich an (insbesondere deutschen) Klimaskeptikern so schaetze. "Uns wird nicht die Wahrheit gesagt. Wir werden betrogen und belogen. Die grosse Klimaverschwoierung verwehrt uns eine schoene Uebersetzung. Ach, Herr, wenn es doch nur eine Uebersetzung gaebe, meine Seele wuerde wieder gesund"

Autschn!


Yeph

Georg Hoffmann said...

@hvw
"Maybe he thinks that a one-year hiatus in the German national emission trend is not important in this context."
It is possible that he had larger timescales in mind. But "one-year hiatus seems very optimistic. Better one-to-two decades hiatus.
http://www.newscientist.com/article/mg21128236.300-the-carbon-cost-of-germanys-nuclear-nein-danke.html#.U5CeEi-Xp0E

But in any case, Eduardos critical point of the translation

"“RE subsidies have no further impact on reducing emissions within the time period that the cap applies (although they may affect costs and possibly the viability of more stringent future targets) (medium evidence, high agreement).'"

is critical and correct as long as there is any effect of cap and CO2 prices on the effective emssions. My understanding from Le Chacheux' explanation was that this i not the case and there is NO effect of the entire broken European CO2 market.
If true instead of not including this sentence it would be much better to add this explanation to the german summary of summaries.
Th

Anonymous said...

@ Hoffmann

OK, unterhalten wir uns über Lesefähigkeiten. Was bitte geben der letze Bericht des IPCC WG1 und von SREX her, um all den Unfug zu untermauern, der Tag für Tag vornehmlich in deutschen Medien, in Schulen und Kindergärten zum Thema Klimawandel verbreitet wird?

Treten Sie den übelsten Auswüchsen entgegen und korrigieren Sie Missverständnisse, wo man – mit viel Goodwill – solche unterstellen darf? Die nicht belegbare Verbindung von Extremwetterereignissen mit AGW z. B., die notorisch unterlassene Unterscheidung von natürlichem und anthropogen verursachtem Klimawandel, den angeblichen "Klimatod" der Eisbären, das (ausbleibende) Abschmelzen der Polkappen und – trotz inzwischen 17 Jahre andauerndem "Hiatus" weiterhin beliebt – das ungebremste Ansteigen der mittleren Globaltemperatur und das wider alle Beobachtungen behauptete "dramatische" Ansteigen der Meeresspiegel – um nur ein paar der Gassenhauer zu erwähnen.

Was ich an Klimaschützern so schätze, ist ihre zuverlässige Billigung beinahe jeder Form von Alarmismus, mag sie noch so absurd sein. Hauptsache, sie dient der "Guten Sache" auf dem Weg zur "Großen Transformation".

Was kümmern der daraus resultierende enorme Ressourcenverschleiß für eine unsinnige Energiewende (Urteil Expertenkommission Forschung und Innovation EFI), die Verursachung von Massenelend (durch den Einsatz von Biosprit) und die zahlreichen Kollateralschäden.

Klimaaktivisten, Journalisten und Lehrer berufen sich mit Vorliebe auf das IPCC und seine Berichte und auf einen "97-Prozent"-Konsens innerhalb der Wissenschaft. Eine Lektüre des übersetzten Originaltextes von WG1 würde den Lesern zumindest die bestehenden Unsicherheiten vor Augen führen. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Bericht an sich und der besonderen Stellung des IPCC in der Wissenschaft stünde da noch aus.

Dass Sie als Vertreter der AGW-Orthodoxie selbst dem vergleichsweise bescheidenen Vorhaben einer Übersetzung ablehnend gegenüberstehen, kann nicht wirklich überraschen. Aufklärung zählt nicht zu den Herzensangelegenheiten der Verteidiger des reinen Glaubens.

V. Lenzer

Werner Krauss said...

Die Überschrift "Dreiste Berichtsfälschung der Klimatrickser" ist unterste journalistische Schublade und populistische Hetzerei. Dieser Dreck klebt unweigerlich an dem Sachverhalt, der hier zur Diskussion steht - Christiane Textor sieht sich ja auch genötigt, diese Unterstellungen zurückzuweisen (obwohl HvStorch sie gar nicht gefragt hat, ob sie eigentlich eine Trickserin und Fälscherin sei).

Wir haben das auch hier auf der Zwiebel schon oft diskutiert, dass man in der politisch aufgeheizten Klimadebatte Fakten und Werte nicht trennen kann. Trennt man die Diskussion des Sachverhalts künstlich von dieser rufmörderischen Unterstellung, dann macht man sich unweigerlich selbst die Finger schmutzig. Jeder Kommentar mit einer solchen Behauptung würde auf der Klimazwiebel gelöscht. Nicht ohne Grund. Auch wenn es sich hier um ein Zitat handelt: Ein Satz wie "Dreiste Berichtsfälschung der Klimatrickser" ist nie eine neutrale Aufforderung, einen strittigen Sachverhalt zu untersuchen, sondern populistische Hetze. Wenn man sich da nicht distanziert, macht man sich gemein - ganz egal, wie man dann zu dem zur Debatte stehenden Sachverhalt steht.

Quentin Quencher said...

Wo fängt populistische Hetze an? Und gibt es überhaupt eine neutrale Aufforderung einen strittigen Sachverhalt zu untersuchen?

Mir scheint, als ob sich der Akif-Effekt einbürgert. Man hat einfach nur genug vom Thema und lässt mit solchen Ausdrücken eben nur Frust ab.

Ich denke, diese Art des Frustablassens wird größere Auswirkungen haben, als die vielen teils wissenschaftlichen Diskussionen, oder deren politische Interpretationen.

Quentin Quencher said...

Lieber Werner Krauss,

ein Nachtrag zur Überschrift des «Welt» Artikels. Dazu muss ich kurz ausholen ...

... deshalb, und weil es ein wenig länger geworden ist, habe ich es auf Glitzerwasser geschrieben:
http://glitzerwasser.blogspot.de/2014/06/lieber-werner-krauss.html

Anonymous said...

Hier der Vorwurf in einer seriösen Verpackung:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bundesregierung-interpretiert-klimabericht-um-12967222.html

Andreas

Peter Heller said...

@ Krauss, #22:

Was aber, wenn die "rufmörderische Unterstellung" aus der "untersten journalistischen Schublade" gar keine solche ist, sondern schlicht die korrekte Beschreibung des Sachverhaltes?

Zu glauben, die die gegenwärtige Klimapolitik als sinnstiftend ansehenden Behörden - und insbesondere die Personen, die in diesen handeln - würden sich einer entsprechenden Vorgehensweise enthalten, ist naiv. Es gibt wohl kaum einen Bereich, in dem derzeit mehr interessegeleitete Lügen an der Tagesordnung sind, als die Klima- und Energiepolitik.

Die Vorgehensweise wird ja auch von Frau Textor oben klar beschrieben:

"Bei den „Kernbotschaften“ handelt sich nicht um eine wörtliche Übersetzung, sondern um eine erläuternde Zusammenfassung der Kernaussagen des IPCC-Berichts in deutscher Sprache, um der interessierten Öffentlichkeit den Zugang zu den umfangreichen Ergebnissen des IPCC zu erleichtern."

Dieser Euphemismus bedeutet nichts anderes, als das offene Eingeständnis von Manipulation bzw. von Manipulationsabsicht.

Das Problem: Frau Textor, Herr Lehmann et al. sind sich der Verwerflichkeit ihres Handelns noch nicht einmal bewußt. Denn Sie denken, auf der Seite des Guten zu stehen, für die der Zweck alle Mittel heiligt.

"Die “Kernbotschaften” wurden in Zusammenarbeit mit Autoren des IPCC-Berichts erarbeitet, d.h. sie wurden den deutschen Leitautoren des IPCC zur kritischen Durchsicht vorgelegt, allerdings nicht durch diese autorisiert. Als maßgeblich ist daher in jedem Fall der Wortlaut des durch den IPCC veröffentlichten Textes zu betrachten."

Anders ausgedrückt: Besagtes "Kernbotschaften-Dokument" ist völlig überflüssig. Es erweitert unsere Kenntnisse nicht. Mit welcher Absicht also wurde es überhaupt verfaßt?

hvw said...

@Geog Hoffmann
It is possible that he had larger timescales in mind. But "one-year hiatus seems very optimistic. Better one-to-two decades hiatus.

Maybe, maybe not. I don't think that decadal socio-economical predictions are more reliable than, say, 10y - climate predictions for Osnarbrück.

In any case, the conflation of RE subsidies with impacts of nuclear phase-out in Germany, to the effect that "RE (subsidies) obviously don't help to limit emissions" is risible. You did not say such things, but it is quite common to argue that way around here.

hvw said...

Hier der Vorwurf in einer seriösen Verpackung:

Nicht nur "Verpackung", durch und durch seriös! Vielen Dank für dern Link! Man braucht allerdings ein bisschen Hintergrundwissen, damit klar wird, wieso Subventionen schlecht sind, und der Markt das grundsätzlich besser regelt.

Damit kann man dann auch "die [eindeutige] Antwort der Wissenschaftler des IPCC auf den Seiten 32-33 der Zusammenfassung für Politiker" verstehen (Nebensache, dass der Bericht nur 31 Seiten hat. Beim Internetausdrucken passiert sowas schon mal), die sich für den Laien als das Gegenteil der Weimannschen Analyse liest.

Bewundernswert auch das Beharren auf der offensichtlich richtigen Interpretation von Textstellen, die von der Regierungslobby in einem leicht zu durchschauenden Manöver eine Woche vor Weimanns laserschwertscharfer Kritik erklärt, verbessert und korrigiert (also eigentlich "gefälscht", das wir man ja mal noch sagen dürfen) wurden. Ich hoffe, der Artikel hat Herrn Professor Weimann noch ein bisschen glücklicher gemacht - verdient hätte er es.

nobody said...

Irgendwie langweilig... es wird getan als ob es im Energiemarkt einen freien Markt gäbe... Wenn es den geben würde, würden wir nur billige Importkohle verfeuern. Es ist nun mal das Billigste Kohle zu verfeuern, ausser man hat eine Shale-Gas-Schwemme.

Alles im Energiemarkt ist irgendwie subventioniert. Cap-und-Trade würde auch nur ein künstlicher Markt sein, der leicht politisch verwässert wird.

Dazu kam, dass selten bis nie zu einer Konkurrenz der Energieerzeugungsformen kam. In keinem Energiemarkt der Welt.

Es ist teilweise freie Märkte. Deutschland ist ziemlich liberal, was die Konkurrenz der Lieferanten, mittlerweile auch der Netzbetreiber angeht. In den USA dagegen ist es unmöglich ein KKW neu zu bauen, da Kohle und Gas zu billig sind. In F ist vom Staat Kernkraft vorgeschrieben, in UK wird Kernkraft subventioniert, Finnland und das Baltikum haben nur ein Ziel: Unabhängigkeit vom großen Nachbarn. In D oder auch Dänemark sind EEs angesagt, in AUT ist Kernkraft schon immer verboten... soll ich weitermachen?

Warum wird nun die hohe Schule der WiWi angewendet, wenn sie sonst völlig egal ist?

Wahrscheinlich ist ein völlig unpolitischer, reiner Energiemarkt auch unmöglich... siehe Enron.

Sorry, das war nun doch offtopic... hier geht es ja um Empörung. Ich bin empört.

Georg Hoffmann said...

@Werner Kraus, Hans
"Wenn man sich da nicht distanziert, macht man sich gemein - ganz egal, wie man dann zu dem zur Debatte stehenden Sachverhalt steht. "

Und das kann man nicht sagen, wenn man gefragt wird?


Also der Artikel stellt einerseits etwas dar, zu dem gesagt werden kann:

"Mein Urteil ist oftmals von der Art "Wir stellen fest, daß wir ähnliche Sachstandeinschätzungen verschieden interpretieren." Das ist dann meist eine korrekte Sachstandbeschreibung der sozio-kulturellen Realität. Die Frage ist dann, ob man vielleicht trotzdem was gemeinsam machen kann; meist ist die Antwort: ja."

Also etwas geht immer und andererseits wuerde der Artikel hier als Kommentar nicht wegen offensichtlicher verleumderischer Absicht veroeffentlicht.

Das muss ich nicht verstehen, oder?

Werner Krauss said...

Quentin Quencher,

Wo populistische Hetze anfängt? Ganz einfach da, wo pauschal ganze Behörden wie BMBF, BMU, UBA etc als "dreiste Berichtsfälscher" und "Klimatrickser" denunziert werden. Selbst wenn es berechtigte Kritik an der Broschüre(!) geben sollte: diese Überschrift dient hier doch ganz offensichtlich nur dazu, Stimmung zu machen und das "Große und Ganze" zu diskreditieren.

Populisten verstehen sich definitionsgemäß als "Volkes Stimme", sie sprechen im Namen des "gesunden Menschenverstandes" oder der "freien Marktwirtschaft" und denunzieren pauschal Bürokraten, Politiker, Wissenschaftler oder Andersdenkende als korrupt, als Lügner, oder hier: als Klimatrickser und dreiste Fälscher. (Mehr über Populismus u.a. in Oliver Gedens Studie zu Diskursstrategien im Rechtspopulismus)

Peter Hellers Kommentar #26 ist ein Musterbeispiel für diese Art der Argumentation: seine Kritik am Detail ist für ihn nur ein weiteres Indiz dafür, dass nirgendwo soviel gelogen und betrogen wird wie in der Energie- und Klimapolitik. Hinzu kommt die nötige Prise Arroganz, indem er einfach Frau Textor oder Herrn Lehmann die Zurechnungs- und Demokratiefähigkeit abspricht. In jeder kritischen Frage zum Sachverhalt schwingt so das Verhör mit, die hemdsärmelige Beleidigung, eine "verklag mich doch, wenns nicht stimmt" Haltung. Sorry, Herr Heller, aber für mich ist das Populismus pur.

Und hier stimme ich Ihnen, QQ, zu (wenngleich mit anderer Intention vielleicht): Die populistische Agitation gegen Energiewende, Ökodiktatur und Große Transformation etc ("das Große und Ganze" eben) geht oft einher mit den Ressentiments, die Sarrazin und Akif Pirinçci gegen Zuwanderung, Überfremdung, Feminismus, Andersdenkende etc schüren. Diese gegenwärtige Spielart des Populismus wäre sicher auch mal eine Diskursanalyse wert.

Das alles, lieber QQ, hat übrigens nichts mit Ameisen, Herdentrieb und irgendwelchen ausgelegten Spuren zu tun, sondern mit Haltung.

Georg,

ich würde hier auf der Klimazwiebel wegen §1 der Benimmregeln einen Kommentar löschen, der so beginnt: "Georg Hoffmann, der dreiste Berichtsfälscher und Klimatrickser." Nett von mir, oder?

Und wenn eine solche Aussage als einleitendes Zitat zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung steht, entsteht leicht der Eindruck, man würde dieser Wortwahl zustimmen. Daher mein Vorschlag, entweder diese Begriffe wegzulassen oder aber sich aus oben genannten Gründen davon zu distanzieren.



Georg Hoffmann said...

@Werner Krauss

"Nett von mir, oder?" Wie man's nimmt. Erstens ist es mir egal, ob irgendwer soetwas ueber mich schreibt. Im Zweifel wuerde ich das bei mir stehen lassen. Zweitens ist doch die Frage, ob etwas gleichzeitig Verleumdung und auch interessanter Anstoss zur Diskussion und zur politischen Zusammenarbeit sein kann?

Es riecht fuer mich doch ein bisschen nach der groszen Beliebigkeit, bei der alles interessant ist, der Unterfuetterung des sozial-kulturellen Prozesses dient und es gut war, mal drueber gesprochen zu haben. Ab und an kann man ja mal
etwas den verlaeumderischen Mist nennen, der es ist. Der Welt Artikel gehoert sicher dazu.

Peter Heller said...

@ Krauss, #31:

"orry, Herr Heller, aber für mich ist das Populismus pur."

Ach was. Das ist ganz einfach die Summe meiner direkten und unmittelbaren Erfahrungen in der Arbeitsweise nachgeordneter Bundes- und Landesbehörden.

Solche sind nämlich weit mehr als die Verwaltung selbst (also die Ministerien) gefährdet, zu Meinungsmachern in eigener Sache zu werden. Und manche (wie bspw. das UBA) widerstehen dieser Verlockung nicht. Es gibt auch ganz andere Beispiele für die Arbeitsweise solcher Behörden. Man nehme bspw. das LBA, die BFU oder auch die BGR. Diese liefern selbst recherchierte Sachinhalte auf hohem fachlichen Niveau bar jedes Versuches, als Teil einer politischen Agenda zu wirken.

Das UBA erweitert nicht unser Wissen. Ganz im Gegenteil: Man versucht sich als "Spindoktor", um die Interpretation des IPCC-Berichtes in der Öffentlichkeit in eine bestimmte Richtung zu lenken. Man zieht sozusagen einen zusätzlichen Schleier vor die Primärquelle. Ziel ist, es vielen Multiplikatoren (vor allem Journalisten) als unnötig erscheinen zu lassen, sich der Primärquelle selbst zu widmen.

Man kann das diplomatischer umschreiben. Aber dann fällt es vielen leider nicht auf. Andere würden auch das Problem dahinter nicht erkennen.

Man sollte die Dinge also schon beim Namen nennen. Und hier handelt es sich um eine - wie das Interview oben deutlich zeigt - beabsichtigte Verfälschung der Aussagen im IPCC-Bericht. Es ist eine Form von Trickserei und es ist auch noch dreist, da man glaubt, damit einfach so durchkommen zu können.

Die Überschrift aus der Welt ist daher faktisch korrekt.

Ich bin eher überrascht, daß man diese als "verleumderisch" ansieht, weil doch diese Art des Umgangs von Behörden, von Politikern und von Journalisten mit den IPCC-Berichten seit Jahren bekannt und geläufig ist. Zumindest hier. Und auch entsprechend häufig dargestellt und kritisiert wurde.

S.Hader said...

"Es ist nun mal das Billigste Kohle zu verfeuern, ausser man hat eine Shale-Gas-Schwemme."

Naja nobody, Kohle im Auto zu verbrennen ist ja doch irgendwie unpraktisch. ^^ Aber was will man auch erwarten, wenn man "Energie" zu 100% mit der Stromproduktion gleichsetzt, was sehr oft in öffentlichen und privaten Debatten passiert.


"Dazu kam, dass selten bis nie zu einer Konkurrenz der Energieerzeugungsformen kam. In keinem Energiemarkt der Welt."

Selbst wenn man nur die Stromwirtschaft nimmt, so existieren in den meisten Ländern verschiedene Erzeugungsformen, die nennenswerte Marktanteile besitzen und in einer Konkurrenzsituation stehen. Der Grund liegt meist darin, dass jede Technologie seine Vor- und Nachteile hat und es nicht immer mit einem simplen Preisvergleich getan ist. Nicht überall bietet sich ein Kohlkraftwerk an, manchmal sind die regionalen Bedingungen für ein Wasserkraftwerk sehr gut und oft möchten Stromkonzerne Risiken auf den Rohstoffmärkten durch eine Diversifikation in den verwendeten Technologien verkleinern. Das die Politik sich sehr stark bei den neuen Marktanteilen mitmischt, ist eigentlich auch kein Geheimnis, Sie haben zudem viele konkrete Beispiele gebracht. Wobei es aus meiner Sicht ein legitimes gesellschaftliches Interesse gibt, die Stromwirtschaft und seine Technologien nicht nur indirekt durch den Verbrauch zu beeinflussen, sondern auch auf direktem Wege. Kurzum, eine Gesellschaft hat sehr wohl das Recht, bestimmte Technologien zu bevorzugen und ihnen größere Marktchancen zu geben und umgekehrt andere Technologien auszubremsen. Sowas gefällt meistens den Anhängern der reinen Marktlehre überhaupt nicht, wenn der Staat sich in diese Sachen reinhängt, aber deren Ansichten müssen ja im politischen Entscheidungsprozess nicht maßgebend sein. ;)

nobody said...

@werner

Naja, das mit der Hetze ist so eine Sache. Bspw. bezeichnete hier im Blog ein Mitarbeiter von Hans von Storch das UBA als Nazipropagandaministerium. Hans von Storch selbst kommentierte ähnliche Kommentare und Artikel sehr positiv und verlinkte solche Artikel immer wieder und fand sie toll. Das war milde ausgedrückt nicht nett...


@s.hader
Stromproduktion ist das Einfachste was man ändern kann. Die Betonproduktion CO2 frei zu machen, ist ja eher schwieriger.

Ich sehe die Erzeugungsarten bisher als ergänzend. Konkurrenz gab es selten, auch durch die Struktur des Netzes, der Organisation und das Medium Strom bedingt.

Ansonsten ja: eine Regulierung war im Energiebereich immer vorhanden. Die Stromkrise in Kalifornien bewies, dass gewisse Deregulierung höhere Preise und bei kriminellen Machenschaften Gefahr als Folge hat.

Man sollte schon den Energiemarkt ansehen und nicht die reine Lehre.

Hans von Storch said...

Nobody,
jetzt schreiben Sie dies "Hans von Storch selbst kommentierte ähnliche Kommentare und Artikel sehr positiv und verlinkte solche Artikel immer wieder und fand sie toll.". Mögen Sie mal Beispiele nennen? Welche Artikel meinen Sie, und wo haben ich ausgedrückt, dass ich diese (welche?) "toll" fand?

nobody said...

Die Artikel von Wippermann, Fleischauer, ihr Mitarbeiter X, ...

Ihre typische Formulierung, interessante Punkte, über die Wortwahl kann man streiten, aber sonst okay, Niemals schreiben sie: Kritik okay, Nazivergleich nicht okay. Wippermann fabulierte über gefährliche Naturwissenschaftler im WBGU, und brachte dazu den Bezug tun Rassenforschern. Da sie nicht sagten, was sie interessant fanden, muss ich annehmen, dass sie auch diesen Teil der "weinerlichen Tirade" (Krauss) toll fanden.

Nehmen wir doch Wippermann. Was genau fanden sie interessant?

Peter Heller said...

Das UBA ist eine Behörde für Propaganda. Es wurde unter der rotgrünen Koalition (damals durch Jürgen Trittin) seit 1998 gezielt von einer reinen Fachbehörde zu diesem Zweck umgebaut.

Propaganda ist der niedergeschriebene Auftrag des UBA. Die Werkzeuge sind einerseits die entsprechende Wahrnehmung des Auftrages zur "Aufklärung der Öffentlichkeit in Umweltfragen" und andererseits die Verbandsförderung. D.h. über das UBA werden öffentliche Mittel gezielt an NABU, Bund, Greenpeace et al. weitergeleitet. Über Förderlinien, die wiederum die Verbreitung politisch gewünschter Botschaften zum Inhalt haben. Man finanziert sich sozusagen seine eigene Lobby, seine eigenes Netzwerk willfähriger Partner. Natürlich rekrutiert das UBA aus diesem Kreis der geförderten Verbände dann auch sein Personal. Bestes Beispiel ist Herr Lehmann selbst. So entsteht ein Kreislauf geistiger Inzucht.

Keine andere nachgeordnete Bundesbehörde hat meines Wissens nach einen derartigen Auftrag. Man stelle sich nur mal vor, das BGR würde den Verband der Erdöl- und Erdgasindustrie dafür fördern, daß er in Schulen über Fracking aufklärt. Oder das LBA würde den BDLI fördern, damit er für die Aufhebung von Nachtflugverboten kämpfen kann.

Aber wie gesagt: Alles rechtlich einwandfrei und seit Jahren etabliert. Niemanden hat es bisher gestört.

Das UBA reflektiert nicht kritisch über Sachinformationen oder wissenschaftliche Berichte. Wie auch in diesem Fall nicht. Es ist nicht dazu in der Lage, zu schreiben und zu begründen, man sei anderer Meinung als das IPCC. Stattdessen ist es eben nur dazu in der Lage (und auch nur willens), Dinge zu verdrehen, um diesen den aus seiner Sicht richtigen Spin zu geben.

Das ist so, in einer Demokratie, Kann man hinnehmen. Solange man sich darüber im Klaren ist.

In diesem Fall hat die Verwendung der passenden Begriffe "Trickser", "dreist" und "Fälschung" sogar einen aufklärerischen Charakter.

S.Hader said...

@nobody Stromproduktion ist das Einfachste was man ändern kann. Die Betonproduktion CO2 frei zu machen, ist ja eher schwieriger.

Der Bedarf an Wärme und Klimatisierung lässt sich auch technologisch anders lösen und macht eine vergleichbare CO2-Bilanz wie die Stromproduktion.

"Ich sehe die Erzeugungsarten bisher als ergänzend. Konkurrenz gab es selten, auch durch die Struktur des Netzes, der Organisation und das Medium Strom bedingt."

Die unterschiedlichen Technologien stehen natürlich auch in einer Konkurrenzsituation. Unternehmen müssen bei jeder neuen Anlage hart kalkulieren, für welche grundsätzliche Technologie sie sich entscheiden wollen. Zudem bekommen je nach Situation und Rohstoffpreisentwickelung die jeweiligen Anlagenbetreiber die Preissituation zu spüren. Momentan tun sich Gaskraftwerke hierzulande preislich recht schwer.

S.Hader said...

"D.h. über das UBA werden öffentliche Mittel gezielt an NABU, Bund, Greenpeace et al. weitergeleitet."

Das hat mich jetzt wirklich mal interessiert, ob das stimmt. Hätte ja gut sein können, dass Herr Heller tatsächlich Bescheid weiß, von was er da spricht. Auf die Schnelle hab ich mich auf Wiki-Angaben über die jeweilige Finanzierung beschränkt.

NABU: "Zum Jahresende 2012 hatte der Verband über 520.000 Mitglieder und Förderer. Die Einnahmen werden in erster Linie aus Beiträgen, Spenden, Erbschaften, Zuschüssen und Bußgeldern bezogen und beliefen sich für den NABU-Bundesverband – also ohne die Landes-, Kreis- und Ortsverbände – im Jahr 2012 auf 29.500.000 Euro."

BUND: "An Beiträgen, Zuwendungen und Spenden kamen 2012 17,93 Millionen Euro[1] (2010 14,01 Millionen Euro[5], 2009: 13,36 Millionen Euro[6]) zusammen. Spenden – der Verein ist als gemeinnützig anerkannt – und Mitgliedsbeiträge machen knapp achtzig Prozent der Gesamteinnahmen aus."

Greenpeace: "Die Handlungsfähigkeit der Organisation beruht im Wesentlichen auf den 580.000 Fördermitgliedern (Stand: 2011)[26], die Greenpeace zur größten deutschen Umweltschutzorganisation machen. Als finanzstärkstes Länderbüro schultert Greenpeace Deutschland schon seit Jahren den Großteil der Ausgaben für internationale Greenpeace-Kampagnen.[26]

Im Jahr 2011 hat Greenpeace Deutschland Jahreserträge von rund 48,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Vergleich zu 2010 (46,7 Millionen) entspricht das einem leichten Zuwachs."


Nun, es ist ja nicht auszuschließen, dass das UBA auch Gelder an diese Organisationen verteilt. Aber dann wohl in einem Umfang, die nur einen Bruchteil der Gesamteinnahmen ausmachen. Wenn Herr Heller da andere Informationen besitzt, kann er diese gerne nennen. Die Behauptung, die man von Skeptikern öfters mal hört, dass diese sogenannten NGO hauptsächlich durch Steuermittel finanziert werden, kann man wohl getrost als urbane Legende bezeichnen.

"Keine andere nachgeordnete Bundesbehörde hat meines Wissens nach einen derartigen Auftrag."

Inklusive UBA.

Peter Heller said...

Ach, es ist so langweilig:

http://www.umweltbundesamt.de/das-uba/was-wir-tun/foerdern-beraten/verbaendefoerderung

http://www.umweltbundesamt.de/das-uba/was-wir-tun/foerdern-beraten/verbaendefoerderung/projektfoerderungen-projekttraeger

hvw said...

Gähn. Max. Förderbetrag 75 T pro Jahr; Eigenbeteiligung Voraussetztung. Vielleicht finanziert das BMBF auch ein Projekt zur Förderung der Zahlenkompetenz von Trendscouts und Zukunftsforscher.

Oder eher ein Fall für die Bundeszentrale für Politische Bildung? Kann Propaganda im Sinne eines im GG verankerten Staatsziels denn falsch sein? Ist es nicht eher so, dass UBA und BMU um ihren demokratisch legitimierten und gesetztlich vorgeschrieben Auftrag zu erfüllen, Freiwilligenarbeit und private Spender ausnutzen?

Auch bedenklich: Das BMVI leitet öffentliche Mittel gezielt an die Bauindustrie weiter!

Werner Krauss said...

Peter Heller #33,

das folgende Zitat ist jetzt etwas aus dem Zusammenhang gerissen (es geht, kurz gefasst, um die miesen Machenschaften des UBAs), aber wenn es so allein dasteht, beschreibt es meines Erachtens das Vorgehen eines Populisten sehr exakt:

"Man kann das diplomatischer umschreiben. Aber dann fällt es vielen leider nicht auf. Andere würden auch das Problem dahinter nicht erkennen."

Der Populist handelt eigentlich immer aus Notwehr, wenn er aus einem Einzelfall ein Exempel fürs Große und Ganze macht, wenn er undiplomatisch werden muss (ein bißchen rufmorden, denunzieren oder Tatsachen verdrehen?), denn es geht ja eigentlich immer um "das Problem dahinter", um die Aufklärung über die große (grüne) Weltverschwörung.

Das Zitat ist ganz gut getroffen und kann gut für sich alleine stehen. Es hilft, entsprechende Argumente besser einzuschätzen.

Peter Heller said...

Förderung ist immer Zuschuss.

"Das BMVI leitet öffentliche Mittel gezielt an die Bauindustrie weiter!"

Über die Auftragsvergabe durch das UBA (z.B. für Studien aller Art) habe ich nicht gesprochen. In dem Bereich würde es dann aber interessant, die Mittel anzusehen, die bspw. das PIK über die Jahre so erhalten hat...

75.000 pro Jahr und pro Projekt, wohlgemerkt. In der Summe fließen da schon Millionen. Die Förderung betrifft im wesentlichen die Personalkosten. Auf diese Weise gelingt es den Verbänden, die Zahl der Festangestellten in den Gliederungen deutlich zu erhöhen. Das schafft Substanz und eine Basis, auf der man seine Wirkung verstärken kann.

Wie gesagt, es geht hier um die Förderung von Verbänden für Projekte, die im Prinzip nur "Öffentlichkeitsarbeit" zum Thema haben (also Propaganda im Sinne des Fördermittelgebers).

Ich kenne kein vergleichbares Beispiel aus anderen Bundesbehörden.

Peter Heller said...

@ Krauss:

Meine Argumentation ist weder populär, noch opportunistisch.

Zwei wesentliche Eigenschaften von "Populismus" sind also schon einmal nicht erfüllt.

Auch habe ich nicht den Eindruck, mich gegenüber den "Machenschaften" des UBA zur Wehr setzen zu müssen. Mir genügt es, diese zu benennen. Kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Ich halte die Öffentlichkeitsarbeit dieser Behörde weder für glaub- noch für vertrauenswürdig. Die Einschätzung beruht auf Fakten und wird durch das obige Interview bestätigt.

Ich denke, Sie verwechseln "Polemik" und "Populismus".

hvw said...

@Peter Heller

Wie gesagt, es geht hier um die Förderung von Verbänden für Projekte, die im Prinzip nur "Öffentlichkeitsarbeit" zum Thema haben (also Propaganda im Sinne des Fördermittelgebers).

So gesehen geht es bei "Gib AIDS keine Chance" Kampagnen um die Förderung von Aidshilfe und Krankenkassen für Projekte, die im Prinzip nur "Öffentlichkeitsarbeit" zum Thema haben (also Propaganda im Sinne des Fördermittelgebers). Das Budget sollte jährlich die gesamten Haushaltssumme für Umwelt-Verbändeförderung weit übersteigen ...

Weiter: Impfaufklärungspropaganda, Suchpräventionspropaganda, Anti-Rassismus Propaganda, "Runter vom Gas"-Propaganda, "Anti-Schwarzarbeit Propaganda" ....

Zu jeder dieser Kampagnen,gibt es Minderheiten in der Bevölkerung, die das falsch finden. So gesehen ist Ihre Wahrnehmung vergleichbar der des Geisterheilerverbandes wenn es um Impfung geht, der von Fundamentalchristen wenn es um Kondome geht, der von Neonazis wenn es um Rassismus geht, und der des Krefelder GTI-Tuning-Clubs "Kopp in Nacken" wenn es um Verkehrssicherheit geht.

Das ist so, in einer Demokratie, Kann man hinnehmen. Solange man sich darüber im Klaren ist.

@ReinerGrundmann said...

hvw

Das sehe ich genauso. Kopp in Nacken kannte ich noch nicht. Muss man das?

Generell, und um zum Thema zurückzukommen:

Ich verstehe die Aufregung nicht ganz. Es ist doch normal, dass verschiedene Politikinstrumente manchmal miteinander ins Gehege kommen (Subventionen, Steuern, Emissionshandel...) und sich konterkarieren. Die Subventionspolitik hat dazu geführt, dass man Gewinner im Voraus festlegt ('picking the winners'). Das führt zu 'rent seeking bahviour' (mein Deutsch funktioniert heute nicht so recht) der entsprechenden Unternehmen, perversen Anreizen und Nebenwirkungen.

WENN dieser Sachverhalt mit Hinweis auf das IPCC bestritten wird (ich habe die Texte nicht im detail gelesen), dan ist das problematisch (egal wie populistisch das ausgedrückt wird).

Peter Heller said...

@ hvw:

Ich sehe schon, wo Ihr Verständnisproblem liegt. Ich kann dem auch nicht abhelfen, denn das führt uns vom Thema weg. Nur ganz kurz:

"Weiter: Impfaufklärungspropaganda, Suchpräventionspropaganda, Anti-Rassismus Propaganda, "Runter vom Gas"-Propaganda, "Anti-Schwarzarbeit Propaganda" ...."

Hier handelt es sich um Auftragsvergaben einer Behörde an eine Marketingagentur für eine Kampagne, die ausschließlich der Kontrolle der Behörde unterliegt.

Förderung hingegen bedeutet die Bezuschussung eines Projektes, das ausschließlich vom Zuwendungsempfänger erdacht und gesteuert wird.

Wenn Sie mich zitieren, sollten Sie das übrigens auch kenntlich machen.

@ Grundmann:

Mißtrauen ist immer dann geboten, wenn eine Behörde die Notwendigkeit sieht, Aussagen Dritter der Öffentlichkeit zu erläutern.

hvw said...

@Peter Heller

"Hier handelt es sich um Auftragsvergaben einer Behörde an eine Marketingagentur für eine Kampagne, die ausschließlich der Kontrolle der Behörde unterliegt." (Heller, 2014)

Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass die Aidshilfe eine Marketingagentur ist, aber Sie kennen sich ja aus ...

Also wenn das UBA/BMU jetzt die öffentlichen Mittel an Jung von Matt für eine Klima-Awareness - Kampagne weiterleiten würde, dann wäre das für sie weniger problematisch?

Herr Heller, da helfen die Spitzfindigkeiten auch nicht weiter. Wenn Sie Umweltpolitik nicht mögen, dann wählen sie halt FDP oder engagieren sich in einem anti-Irgendwas Verein. Dann haben sie meinen Respekt (ich weiss, den brauchen Sie nicht), auch wenn ich mit den Zielen nicht übereinstimme. Wenn sie Skandale konstruieren wo keine sind, legale, transparente, demokratisch abgestützte Massnahmen als irgendwie zwielichtig erscheinen lassen wollen und das nicht können, ohne meine Kollegen, die beim UBA gute Arbeit leisten, zu verleumden, dann nicht.


@Reiner Grundmann
Kopp in Nacken kannte ich noch nicht. Muss man das?
Nur wenn Sie Ihren GTI getunt haben und im o.g. Club Anschluss suchen :)

Peter Heller said...

@ hvw:

Die Agentur, die im Auftrag des BMG die AIDS-Kampagne betreibt, müssen Sie schon selbst suchen. Können Sie googeln. Wie so vieles andere auch übrigens. Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. hat damit überhaupt nichts zu tun. Sie erhält für ihre Beratungsdienstleistungen Zuschüsse durch die öffentliche Hand, das ist richtig. Es ist allerdings kein Lobbyverband, sondern eine Hilfsorganisation. Einige Agenturen gestalten auch Anzeigen für die AIDS-Hilfe selbst, keine Frage. Und verzichten dabei großmütig auf ihr Honorar. Was sie dann natürlich auch gleich überall erzählen.

"Also wenn das UBA/BMU jetzt die öffentlichen Mittel an Jung von Matt für eine Klima-Awareness - Kampagne weiterleiten würde, dann wäre das für sie weniger problematisch?"

Korrekt. Vergleichbares ist ja auch schon geschehen. Und alle anderen Ministerien halten das auch so. Allerdings sollte es dann schon die Fachaufsicht selbst sein. Also das Ministerium und nicht die nachgeordnete Behörde UBA.

"Herr Heller, da helfen die Spitzfindigkeiten auch nicht weiter."

Es ging um die Frage, in welcher Weise das UBA seinen Propaganda-Auftrag wahrnimmt. Diese habe ich beantwortet. Die Förderung von Lobbyisten ist die Idee dahinter. Ich glaube nicht, daß dies in anderen Gebieten akzeptiert würde.

"zu verleumden"

Wo genau erkennen Sie die Verleumdung? Es mag für Sie eine unangenehme Erkenntnis sein, daß das UBA Lobbyisten mit öffentlichen Zuschüssen päppelt. Das merke ich Ihnen ja an. Kann ich aber doch nichts dafür, Fakt ist Fakt.

Werner Krauss said...

Reiner #47

"(egal wie populistisch das ausgedrückt wird)" - wirklich? Ich bin mir da nicht so sicher. Die Kritik an Klima- und Energiepolitik ist eines der Lieblingsthemen des neuen Rechtspopulismus. Ich wäre da vorsichtig und würde auf deren Zug nicht ohne weiteres aufspringen - oder mich ungefragt vereinnahmen lassen. Der Mensch kann nach mehreren Seiten gleichzeitig aufmerksam sein. Daher finde ich: nicht egal, wie populistisch ausgedrückt.

hvw said...

@Peter Heller

Es ging um die Frage, in welcher Weise das UBA seinen Propaganda-Auftrag wahrnimmt. (Heller)

Ach so. Und ich dachte, es ginge um die Frage, ob

das UBA eine Behörde für Propaganda ist, in dem interessegeleitete Lügen an der Tagesordnung sind, deren Mitarbeiter Trickster sind, die dreiste Fälschungen produzieren und anstatt kritisch über Sachinformationen oder wissenschaftliche Berichte zu reflektieren, Dinge verdrehen um diesen den richtigen Spin zu geben und ihre Manipulationen auch noch offen eingestehen, weil sie sich der Verwerflichkeit ihres Handeln noch nicht einmal bewusst sind, während sie als Teil eines Netzwerkes willfähriger Partner gezielt öffentliche Mittel an Lobbygruppen weiterleiten, denen sie in einem Kreislauf geistiger Inzucht durch Personalaustausch verbunden sind. (Dr. Peter Heller)

Wo genau erkennen Sie die Verleumdung? (Dr. Peter Heller)

Ach, vergessen Sie es.

Anonymous said...

#54
"Die Kritik an Klima- und Energiepolitik ist eines der Lieblingsthemen des neuen Rechtspopulismus. "

@ W. Krauss

Gehts noch?
Keine Argumente mehr?

In #31 schrieben sie:
"Wo populistische Hetze anfängt? Ganz einfach da, wo pauschal ganze Behörden wie BMBF, BMU, UBA etc als "dreiste Berichtsfälscher" und "Klimatrickser" denunziert werden. "

und jetzt Konter ich mal:
Wo populistische Hetze anfängt? Ganz einfach da, wo pauschal Kritiker der Klima- und Energiepolitik als "Rechtspopulisten" denunziert werden.

Aber was solls, Sie verlassen Ihren Elfenbeinturm ja eh nie...

PS: Wobei man die Bezeichnung echtspopulist ja heutzutage schon als Auszeichnung verstehen kann.

PPS: Nach den von Ihnen weiter oben angesprochenen Regeln müssten Sie Ihren Beitrag #51 löschen ;)

michael m.

Anonymous said...

@hvw

So Leid es mir tut, aber P. Heller hat Recht mit seinem 'Fakt ist Fakt.'

Wollens ein Bsp. Nr. 2 dafür, dass das UBA eine Behörde mit Propagandaauftrag ist?

Sehen Sie sich die Verlautbarungen des UBA zum Thema Fracking an.

Und dann Informieren Sie sich bitte beim BDG und der BGR über dieses Thema...

;)

michael m.

Peter Heller said...

@ hvw:

Das eine ist der konkrete Vorgang, über den hier diskutiert wird. Für diesen halte ich die Begriffe "dreist", "Trickserei" und "Fälschung" für angemessen, das ist richtig.

Das andere ist die Frage, wie eine Umgebung beschaffen sein muß, damit so etwas möglich ist. Erstens traut man sich dies tatsächlich und dann ist man auch noch frech genug, die Sache zuzugeben. Und hier scheint mir die Tatsache von Bedeutung, daß es dem UBA seit Jahren ohne größere Kritik erlaubt wird, Lobbygruppen zu päppeln.

Daß interessegeleitetes Lügen in der Energie- und Klimapolitik an der Tagesordnung ist, beziehe ich durchaus nicht nur auf das UBA. Das machen alle Seiten - und niemanden regt es noch groß auf. Mich wundert das.

Eine Sache ist mir noch aufgefallen. Sie schreiben oben:

"Wenn Sie Umweltpolitik nicht mögen,..."

Ich spreche von Energie- und Klimapolitik. Diese hat meines Erachtens mit Umweltpolitik überhaupt nichts zu tun. Es handelt sich hier vielmehr um einen Teil der Wirtschaftspolitik. Da stimme ich mit Edenhofer überein. Und übrigens auch mit Gabriel.

Ein Aspekt der Angelegenheit ist daher, daß sich das UBA mit Dingen beschäftigt, für die es eigentlich nicht kompetent ist. Man sieht an dem hier diskutierten Vorgang, zu was das dann führt.

Das BMWi war an dem Papier nicht beteiligt. Warum eigentlich nicht? Noch ein Aspekt, den man hinterfragen sollte.

@ Krauss:

"Die Kritik an Klima- und Energiepolitik ist eines der Lieblingsthemen des neuen Rechtspopulismus."

Das stimmt nicht. Ganz im Gegenteil, die Rechtspopulisten sind äußerst zögerlich in diesen Fragen.

Nein, die Kritik an der Klima- und Energiepolitik kommt aus der Ecke, in der die eher rational denkende technische Intelligenz beheimatet ist. Ihr Ursprung ist nicht Populismus, sondern Vernunft. Und der Wunsch, Angst nicht als Grundlage für politisches Handeln zuzulassen. Deswegen ist es auch so schwer für die Rechtspopulisten, sich diesem Thema anzunehmen.

Quentin Quencher said...

Der Vorwurf des Rechtspopulismus ist billig und oberflächlich. Den gleichen Fehler haben Konservative und Liberale eine lange Zeit mit den Grünen gemacht, die als rein rote Truppe angesehen wurde, was auch nur zum Teil stimmte. Werden Gruppieren derartig grob gerastet beschrieben, fällt der Vorwurf des Populismus auf denjenigen zurück der ihn verwendet.

Karl Kuhn said...

@ Heller

Sie schrieben:

"Nein, die Kritik an der Klima- und Energiepolitik kommt aus der Ecke, in der die eher rational denkende technische Intelligenz beheimatet ist. Ihr Ursprung ist nicht Populismus, sondern Vernunft."

Dann halten Sie sich bitte an Ihre vernünftigen Grundsätze und vermeiden Aussagen wie 'das UBA wurde zur Verbreitung von Propaganda geschaffen'. Ob etwas noch Information oder schon Propaganda ist, hängt vom Standpunkt des Adressaten ab. Es mag in der Klimadebatte durchaus sein, dass das UBA hier derzeit eher Propaganda betreibt, d.h. nur einen bestimmten Standpunkt innerhalb der Debatte vertritt und andere Standpunkte bewusst verzerrt darstellt. Das ist aber nicht zwangsläufig so und wäre auch kein Grund, das UBA umgehend abzuschaffen.

@ Krauss
Aus Ihrem linkspopulistischen Glashaus ('Neoliberalismus hat die englischen Deiche verfallen lassen'; 'Genforscher liegen mit der Industrie im Bett'; 'Die Klimaforschung ist eine Männerdomäne'; usw ...) sollten Sie nicht mit solche dicken Steinen werfen.

P.S. Das Goebbels-Ministerium hatte übrigens das Ziel der Verbreitung von (Volks-)Information UND Propaganda. Damals hat sich anscheinend noch kaum jemand an solchem Schwachsinn gestört.

Peter Heller said...

@ Kuhn:

Es ist ja immer interessant zu sehen, wie ein weiterführender Gedankenaustausch dadurch verhindert wird, daß man seinem Gegenüber Dinge in den Mund legt, die dieser nicht gesagt hat.

"Dann halten Sie sich bitte an Ihre vernünftigen Grundsätze und vermeiden Aussagen wie 'das UBA wurde zur Verbreitung von Propaganda geschaffen'."

Ich muß keine Aussagen vermeiden, die ich nicht getätigt habe. Das UBA hat als Fachbehörde die Aufgabe, Regelsetzungen (Luftreinhaltung, Gewässerschutz u.a.) einzuleiten, zu begleiten und zu überprüfen. Schon seit 1974. Aus meiner Sicht hätte es dabei bleiben können. Der Propaganda-Auftrag ist - und das hatte ich geschrieben - erst nach 1998 hinzugekommen.

"und wäre auch kein Grund, das UBA umgehend abzuschaffen."

Hatte ich auch nirgends gesagt. Ich würde dem UBA die Zuständigkeit für Energie und Klima entziehen, in der Tat, denn das gehört alles ins BMWi. Und ich würde auch die Verbändeförderung beenden. Diese halte ich in verschiedenen Aspekten für schädlich. Denn sie induziert ein System gegenseitiger Abhängigkeiten und Verpflichtungen, das einen Rahmen schafft, in dem Täuschungen und Tricksereien nicht nur als akzeptabel, sondern sogar als erforderlich gelten.

Der hier diskutierte Fall ist nur ein Beispiel. Ich erinnere nur an die unsägliche UBA-Broschüre "Und sie erwärmt sich doch". Eine anderes Beispiel ist die große Transformation und die Tatsache, daß ein Gremium einen solchen Bericht vorlegen darf, ohne heftigen Widerspruch aus der Politik und die sofortige Schließung befürchten zu müssen.

@ Krauss:

Mich interessiert auch noch, welche Rechtspopulisten Sie denn meinen. Eigentlich können Sie nur die UKIP meinen, andere, für die die Opposition gegen die Energie- und Klimapolitik ihrer jeweiligen Ländern sinnstiftend wäre, kenne ich nicht.

Karl Kuhn said...

Herr Heller, gut, dann zitiere ich Sie mal genau:

"Das UBA ist eine Behörde für Propaganda."

Klar, das ist im Vergleich zu meiner Paraphrasierung Ihrer Aussage natürlich vom Geist der Vernunft durchdrungen.

LOL

Anonymous said...

"sinnstiftend"

Ja, wo kommen wir denn hin, wenn wir nur noch politisches Handeln bewerten, welches "sinnstiftend" ist. Was bleibt da noch übrig? ;-)

Wenn wir "sinnstiftend" streichen, fällt mir spontan die AfD ein. Populismus statt durchdachter Inhalte.

Ansonsten ist mir immer noch nicht ganz klar, wo hier das Empörungspotenzial genau liegt: Wenn eine Regierung die eigene Politik anpreist, ist immer Skepsis angebracht. Und für solche Skeptiker hat der liebe Gott die Summary bzw. die Vollberichte des IPCC erschaffen.

Andreas

Andreas

Peter Heller said...

@ Kuhn:

Sie meinen also, das UBA betreibe keine Propaganda?

Ich denke eben das Gegenteil. Das hier diskutierte Beispiel belegt meine Auffassung ebenso, wie die bereits angesprochene Broschüre "Und sie erwärmt sich doch" und viele weitere Aktivitäten.

Wie bereits oben in anderen Worten ausgeführt: Nach meiner Auffassung sollten Verwaltungseinrichtungen unter keinen Umständen unter dem Deckmantel der "Volksaufklärung" Propaganda betreiben. Ich stehe damit ziemlich alleine, das sehe ich ein (deswegen bin ich auch weit entfernt von jeder Art des Populismus). Trotzdem erwarte ich, daß wer auch immer diese Propaganda für sinnvoll oder gar notwendig erachtet, sich ihrer zumindest bewußt ist. Alles andere wäre unvernünftig.

@ Andreas:

"Sinnstiftend" bedeutet in diesem Zusammenhang soviel wie "impulsgebend für die Entstehung und den Zusammenhalt".

Das gilt für die AfD definitiv nicht. Außerdem handelt es sich hier nicht um Rechtspopulisten. Die AfD entwickelt sich nach der Marginalisierung ihres liberalen Flügels zu einer konservativen, teils sogar ökokonservativen Kraft.

S.Hader said...

"das PIK über die Jahre so erhalten hat... 75.000 pro Jahr und pro Projekt, wohlgemerkt. In der Summe fließen da schon Millionen."

Herr Heller, wie wäre es mit mehr Fakten und weniger Mutmaßungen? Wenn das UBA angeblich so viel Geld an das PIK gezahlt hat, dann lässt sich das auch relativ leicht nachprüfen.

"Auf diese Weise gelingt es den Verbänden, die Zahl der Festangestellten in den Gliederungen deutlich zu erhöhen."

Ich muss es ungerne zugeben, aber Sie schaffen es tatsächlich mich rein auf fachlicher Ebene zu enttäuschen. Mit 75.000 Euro-Einzelprojektfinanzierungen die Zahl von Festangestellten deutlich erhöhen. In welcher beruflichen Welt leben Sie eigentlich? Wie viele neue Planstellen kann denn beispielsweise das Innovationszentrum Niedersachsen mit einzelnen 75.000 Projektfinanzierungen dauerhaft aufbauen?


"Wie gesagt, es geht hier um die Förderung von Verbänden für Projekte, die im Prinzip nur "Öffentlichkeitsarbeit" zum Thema haben (also Propaganda im Sinne des Fördermittelgebers). Ich kenne kein vergleichbares Beispiel aus anderen Bundesbehörden."

Schon klar, wenn man jedes Projekt, wie beispielsweise für Siedlungsentwicklung oder ressourcenschonende Ökonomie als Öffentlichkeitsarbeit bezeichnet, dann haben Sie vollkommen Recht. Es tut nur praktisch keiner. ;) Und Sie kennen keine Beispiele, wo Bundesbehörden konkrete Öffentlichkeitsarbeit fördern? Deutsche Welle, Goethe-Institute, Pro Familia... Beispiele, für die ich nicht mal googeln musste.


"Und ich würde auch die Verbändeförderung beenden. Diese halte ich in verschiedenen Aspekten für schädlich."

Sollte das dann nicht auch für Parteistiftungen gelten, wie beispielsweise der Friedrich-Naumann-Stiftung? Die werden (im Gegensatz zu besagten BUND, NABU, Greenpeace usw.) fast ausschließlich aus Mitteln verschiedener Bundesministerien finanziert.

S.Hader said...

@Karl Kuhn: "Es mag in der Klimadebatte durchaus sein, dass das UBA hier derzeit eher Propaganda betreibt, dh nur einen bestimmten Standpunkt innerhalb der Debatte vertritt und andere Standpunkte bewusst verzerrt darstellt."

Wenn ich mal einen Vergleich anbringen darf. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) hat schon viele Pressemitteilungen und Broschüren herausgebracht, wo sie auf die Gefahren des Rauchens, ob aktiv oder passiv, hinweist. Ist das nicht genauso das Vertreten ausschließlich eines bestimmten Standpunktes und ist das nicht genauso Propaganda? Oder verknüpft man den Ausdruck Propaganda ausschließlich mit Aussagen, die man für falsch hält.

Ich finde, dass man in so einer Debatte wie hier sehr schön sehen kann, mit wie viel Wertung man Begriffe assoziiert. Um es mal zu simplifizieren, Propaganda ist bäh. Wir fragen uns noch nicht mal, was man mit Propaganda überhaupt meint und ist auch nicht bemüht, eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu bilden. Schade, mal wieder.

Werner Krauss said...

Quentin Quencher 56,

Sie müssen richtig lesen: Ich sage nicht, dass alle Kritiker des UBA Rechtspopulisten sind. Ich sage nur, dass man sich von Rechtspopulisten in der Klimadebatte distanzieren sollte.

(By the way, ich mag den Kommentar von der "grünen Einheitsfront" unter Ihrem Post "Lieber Werner Krauss").

Werner Krauss said...

Peter Heller,

ich weiß, dass die rechten Parteien in Deutschland Ihnen klimapolitisch zu waschlappig sind um für Sie wählbar zu sein. Die Tea Party ist da schon erfogreicher. Anyway, vielleicht passt "neoliberaler Technopopulismus" (Gruß an Karl Kuhn) besser als Bezeichnung für Ihrem Kampf für Ihre Version der Großen Transformation (die Sie ja genauso wollen wir Ihre Feinde vom PIK oder vom UBA)? Und ja, auch wenn Ihnen niemand folgt und Sie Einzelkämpfer sind: Populismus definiert sich nicht per Anzahl der Anhänger, sondern diesen erkennt man an der Art der Argumentation (siehe oben #31 etc)

Karl Kuhn said...

@ Krauss

"Neoliberaler Technopopulismus"

Geil. Kommt auch in das linkspopulistische Zitatenschatzkästchen.

@ Heller

Meiner Meinung nach war die infame UBA-Broschüre reine Propaganda. Wenn man aber daraus wie Sie die Schlussfolgerung meint destillieren und raustuten zu müssen, dass das UBA eine Behörde für Propaganda sei, dann schmeißen Sie debattentechnisch mit dem Arsch um, was sie mit Ihrer gepriesenen Vernunft vorher aufgebaut haben ... weil auch Sie wie alle anderen hier bis zur HalsKrausse voll mit Emotionen sind, und eben kein Vernunftroboter.

Die Klimadebatte läuft doch gut in den letzten Jahren. Für die Großtransformatoren wird es immer enger. Also besser den Ball flach halten.

Peter Heller said...

@ Kuhn:

Sorry, ich verstehe einfach nicht, was Sie meinen.

"Wenn man aber daraus wie Sie die Schlussfolgerung meint destillieren und raustuten zu müssen, dass das UBA eine Behörde für Propaganda sei"

Ich habe hier auf die Verbändeförderung hingewiesen. Man kann sich die Richtlinie dazu auf der UBA-Seite anschauen:

http://www.umweltbundesamt.de/das-uba/was-wir-tun/foerdern-beraten/verbaendefoerderung

Ist das nun Propaganda oder nicht, Ihrer Auffassung nach? Hinsichtlich der Broschüre sind wir uns ja einig. Was also ist an dem Satz falsch, das UBA sei eine Behörde für Propaganda? Ich begreife einfach nicht, was Sie jetzt an dieser Aussage stört.

Kann es vielleicht sein, daß Sie gedanklich ein "nur" oder "ausschließlich" ergänzen, was ich gar nicht geschrieben habe?

"weil auch Sie wie alle anderen hier bis zur HalsKrausse voll mit Emotionen sind"

Quark.

@ Krauss:

"ich weiß, dass die rechten Parteien in Deutschland Ihnen klimapolitisch zu waschlappig sind um für Sie wählbar zu sein."

Häh? Sie kennen mich doch nun gut genug und wissen genau, wo man mich politisch einordnen kann. Da finde ich so einen Satz ziemlich albern. Oder soll das jetzt Ironie sein?

"Ihre Version der Großen Transformation (die Sie ja genauso wollen wir Ihre Feinde vom PIK oder vom UBA)?"

Häh?

Erstens habe ich keine Feinde.

Zweitens: Was ist denn meine Version der Großen Transformation? Ich habe auch keine solche. Denn:

"Und ja, auch wenn Ihnen niemand folgt und Sie Einzelkämpfer sind"

Wann immer Leute anfangen, mir "zu folgen", sehe ich mich gezwungen, die Richtung zu ändern.

Meine Version der Großen Transformation ist ganz einfach: Keine Große Transformation. Ich betrachte jedes Individuum als einen souveränen Staat, in dessen innenpolitische Verhältnisse sich niemand einmischen sollte.

Günter Heß said...

Frau Textor schreibt:

„Bei den „Kernbotschaften“ handelt sich nicht um eine wörtliche Übersetzung, sondern um eine erläuternde Zusammenfassung der Kernaussagen des IPCC-Berichts in deutscher Sprache, um der interessierten Öffentlichkeit den Zugang zu den umfangreichen Ergebnissen des IPCC zu erleichtern.“

Daraus lässt sich schließen, dass die Kernbotschaften des UBA nicht mit den Kernaussagen des IPCC deckungsgleich sind. Methodisch gesehen gehören dann meiner Meinung nach die Kernaussagen des IPCC wörtlich übersetzt, sonst fühle ich mich manipuliert. Denn auch nur dann kann sich ein Staatsbürger der sich informieren will und des Englischen nicht mächtig ist, kritisch informieren.


Frau Textor schreibt weiterhin:

„Die “Kernbotschaften” wurden in Zusammenarbeit mit Autoren des IPCC-Berichts erarbeitet, d.h. sie wurden den deutschen Leitautoren des IPCC zur kritischen Durchsicht vorgelegt, allerdings nicht durch diese autorisiert. Als maßgeblich ist daher in jedem Fall der Wortlaut des durch den IPCC veröffentlichten Textes zu betrachten.“

Daraus lässt sich schließen, dass die „Kernbotschaften“ des UBA weder maßgeblich noch autorisiert sind. Nun da wäre es besser gewesen darauf zu verzichten und zu warten bis eine autorisierte und maßgebliche Fassung vorliegt. Wer braucht schon eine unmaßgebliche Fassung.
Eine unmaßgebliche Fassung zu veröffentlichen die auch nicht autorisiertist, ist für mein Empfinden ein schöner Trick, um dreist die öffentliche Meinung zu prägen.

Sie schreibt weiterhin:
„Eine vollständige deutsche Übersetzung der offiziellen Zusammenfassung für Entscheidungsträger befindet sich in Vorbereitung.“

Sehr gut. Immerhin. Und das UBA weiß auch schon selbst, dass es methodisch unsauber ist, erst die deutsche Interpretation zu veröffentlichen und dann den Originaltext zu übersetzen.

So wie der Trick
mit dem HockeyStick

Günter Heß said...

Ach o Graus
der Werner Krauss
packt die
Rechtspopulismuskeule aus.

Werner Krauss said...

Günter Heß,

ja, das passt gut ins Bild: durch gemeinsames Johlen und Schenkelklopfen den Krauss und die Geister, die er rief, zu vertreiben!

Schönes Wochenende!

Quentin Quencher said...

Toller Spruch von Jagoda Marinić,:

„Es ist wichtig, den Prozess der Fremdzuschreibungen zu stören.“

Genau, dies betrifft nicht nur das Thema des Interviews, aus dessen ich diesen Spruch gekaut habe, sonden auch für Zuschreibungen wie Populist, rechts oder links, Alarmist, Skeptiker und so weiter. Fremdzuschreibungen unterstellen.

Warum bekomme ich Antworten auf meine Fragen von Literaten, oder Künstlern allgemein?
(Mit Dank an den Perlentaucher, den verlinkten Beitrag von Leggewie in der FR knüpfe ich mir noch vor)