Saturday, May 15, 2010

Oliver Geden: Abkehr vom 2 Grad Ziel

I got another document "Abkehr vom 2-Grad-Ziel - Skizze einer klimapolitischen Akzentverschiebung", which may be of interest for the readers of the Klimazwiebel. Again, posting this here does not imply my endorsement, but merely my recognition that it may be worth to discuss the arguments and hypotheses.
- HvS



Wenn in der gegenwärtigen Phase der internationalen Klimapolitik etwas existiert, über das zwischen fast allen relevanten Akteuren Einigkeit besteht, dann ist es das so genannte 2-Grad-Ziel. Klimaforschung und Klimapolitik scheinen weitgehend einig darin, dass der schon jetzt unvermeidliche Klimawandel auf ein Niveau begrenzt werden muss, das einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von maximal 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter entspricht. Nicht nur die EU, die G8+5 sowie das 17 Industrie- und Schwellenländer umfassende „Major Economies Forum on Energy and Climate“ (MEF) haben das 2-Grad-Ziel im Grundsatz akzeptiert. Auch im Abschlussdokument des Kopenhagener Klimagipfels (COP 15), dem Copenhagen Accord, steht diese Zielmarke im Zentrum.

Doch schon die Tatsache, dass in Kopenhagen keine völkerrechtlich verbindlichen Emissionsreduktions-Beschlüsse zur Erreichung dieses Ziels verabschiedet werden konnten – und entsprechendes für die nahe Zukunft wohl auch nicht zu erwarten ist – spricht dafür, dass diese Zielmarke von 2 Grad Celsius schon binnen weniger Jahre stark unter Druck geraten wird. Schreibt man die gegenwärtigen globalen Emissionstrends fort, wird die Klimaforschung bereits in absehbarer Zeit konstatieren müssen, dass das 2-Grad-Ziel nicht mehr zu erreichen sein wird. Angesichts der sich abzeichnenden Massivität des Klimaproblems wird dies jedoch nicht gleichbedeutend mit einem klimapolitischen Fatalismus sein (können), auch wird es nicht gelingen, das Thema Klimawandel wieder von der politischen Agenda zu nehmen. Der aus Sicht der EU naheliegendste – weil in den Routinen des Politischen Felds fest verankerte – Umgang mit einem offenkundig gewordenen Scheitern am 2-Grad-Ziel liegt vielmehr in der Re-Formulierung der klimapolitisch derzeit noch sakrosankten Zielmarke. Dies wird sich nur in einem Aushandlungsprozess zwischen Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit vollziehen lassen, in dem der Politik jedoch das größte Gewicht zukommen wird.

19 comments:

Anonymous said...

wenn man etwas hundert mal wiederholt, muss es nicht unbegingt besser werden, auch nicht glaubhafter. Das 2 Grad Ziel mag eine vernünftige Idee sein. Angesichts der seit nun mehr 12 Jahren andauernden T Stagnation auf hohem Niveau und den gleichzeitig rassanten Anstieg der CO2 Emissionen wird man vielleicht schon in wenigen Jahren (endlich) die Frage ernsthaft bearbeiten, ob die angenommene Feedback Hypothese vielleicht völlig falsch ist und das Klima im heutigen Zustand weniger sensitiv als angenommen auf CO2 Änderungen reagiert und die 2°C bis 2100 vielleicht ohne künstliche CO2 Maßnahmen leicht einzuhalten wären. Noch sehe ich keinen ernsthaften Beleg für eine dramatische Erwärmung und eiliger als die Klimaforscher haben es eindeutig viele Politiker und das alleine sollte uns zu denken geben, ob es wirklich ums Klima geht od. dessen immer wieder kehrender Wandel missbraucht wird.

Hans von Storch said...

anonymous/1 - Dass es Menschen gibt, die die derzeitigen Projektionen des menschgemachten Klimawandels für falsch halten, das wissen wir; es wurde oft und in vielen Facetten auf diesem Blog dargestellt. Ok.

Der Sinn dieses Beitrages war aber nicht, eine weitere Gelegenheit zur rituellen Feststellung "Klimasensitivität ist viel geringer" zu geben, sondern eine andere Überlegung anzustellen, nämlich welche politischen Optionen es gibt, wenn diese Sensitivität stimmen würde - und wie die Politik mit dem selbstproduzierten Problem, es müsse eine Reduktion auf 2 Grad erfolgen, umgehen könnte.

Leider verflacht die Diskussion immer wieder auf diesen elenden Gegensatz, dass es entweder eine Katastrophe - bei z.B. > 2 Grad - gibt oder alles nur Unsinn sei. Warum nicht mal einen anderen Gedanken durchspielen, sich lösen von der ewigen, dazu oft noch anonym verkündeten Besserwisserei.

Werner Krauss said...

...und hinzufügen möchte ich hier noch, dass ich das ewige Misstrauen gegen 'die Politiker' erstaunlich finde, bei einem gleichzeitigen Glauben an eine wissenschaftliche Wahrheit, die all die Lügen ans Tageslicht bringen wird. Eine seltsame und politisch gefährliche Mischung.

Werner Krauss said...

zum Arbeitspapier von Oliver Geden selbst:
ich finde es interessant, dass es zur gleichen Zeit erscheint wie das hier auf klimazwiebel ebenfalls diskutierte Hartwell Papier. Zwar sind beide unterschiedlich, doch sie weisen auch viele Gemeinsamkeiten auf. Darunter diese, dass auffallend viele Sozialwissenschaftler an ihrer Erstellung beteiligt sind.
Welche Rolle spielen solche Arbeitspapiere eigentlich? Zeigen sie Tendenzen auf, leiten sie Trendwenden ein, wie machen sie das? Man beachte die enorme Medienresonanz des Hartwell papers.
Wie dem auch sei, es ist hochinteressant zu beobachten, dass der KlimaDiskurs alles andere als gesichert ist. Im Gegenteil, er befindet sich in permanentem Wandel mit unbekanntem Ziel. Hochinteressant. Als ob klimazwiebel und die vielen anderen kleinen Beiträge an den Unis, in den Arbeitskreisen etc Wirkung zeigen würden, in welch homöopathischen Dosen auch immer.

Anonymous said...

@2
Sehr geehrter Herr Hans!

ich respektiere ihre Arbeit und bin mit meinem Beitrag wohl etwas am Thema vorbei geschossen. Besserwisserei hatte ich nicht vor, ich kann den Vorwurf nicht nachvollziehen.
Wenn ich ein Haus baue, frage mich mich, hält das Fundament und dann frage ich mich, was kann ich oben alles rein packen und dann frage ich mich vielleicht, welche Farbe die Wände haben sollen. Die 2°C sind die Farbe, nachdem ich für Rot entschieden haben, dunkel od. doch etwas hellers Rot.
Der Bezug auf 1750 verwundert noch mehr, als die Zahl 2. Wieso ist die Politik so ungeschickt? Welchen Bezug hat der Gemeine zum Klima um 1750? Wieso sagt die Politik und auch die Klimawissenschaft nicht, ca. +1°C von heute bis 2100 wären vertretbar?
Was soll dieser Bezug so weit zurück, wo wir ja nicht mal auf +/-0,3°C genau den Startpunkt kennen und was meint man mit 2°C? 2+/- 0,2°C, oder mehr? Verzeihen sie, wenn ich polemisch wirke, aber all diese Detailrechnungen (wie im angeführten Arbeitspapier) mit x % wenn y% und dann haben wir zu z % Wahrscheinlichkeit für A usw. Also bitte, wir können ja nicht mal genau sagen, warum es zwischen 1940und 1970 etwas kühler geworden ist (Aerosolforcing: understanding very low, IPCC (ca. 0 bis -2W/m²)
und dann verirrt man sich in Nachkomma Diskussionen, welche ja nur noch einen intellektuell rhetorischen Wert haben könnten und gleichzeitig erwartet man sich dafür auch noch Verständnis und positive Zustimmung von Politik, Steuerzahlern und Medien?
Ich wünsche mir eine "Besinnung", auch wenn hier kein Verständnis vorhanden scheint.

MFG
Gunnar

Peter Heller said...

Als Physiker finde ich es interessant, daß Geden in seinem Papier sehr deutlich auf die Nichtexistenz eines globalen Mittelwertes der Temperatur(anomalie) verweist, die verwendete "Konstruktion" (ich würde das einen "Index" nennen) aber trotzdem als nützlich erachtet.

Ich neige dann doch der Auffassung zu, daß etwas, das nicht existiert, auch nicht nützlich sein kann. (Jedenfalls nicht zur Festlegung konkreter Minderungsziele, die entsprechend weitreichende Maßnahmen und damit auch Mittelallokationen nach sich ziehen.)

Die für mich entscheidenden Passagen sind jedoch die, in denen auf die Differenzen zwischen der wissenschaftlichen und der öffentlichen Kommunikation verwiesen wird.

Das 2 Grad Ziel ist ja seinem Wesen nach völlig willkürlich gesetzt. Denn die Klimaforschung kann nicht mehr aussagen als "nach den Modellen können wir mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit von einem Überschreiten der Grenze bei einer bestimmten Menge an Emissionen ausgehen". Die zu tolerierende Wahrscheinlichkeit ist aber eigentlich nur als Ergebnis eines politischen Diskurses darstellbar. Der bislang nicht geführt wurde.

Weil eine Reihe Wissenschaftler sich erdreistet, die zu tolerierende Wahrscheinlichkeit nach Gutdünken festzulegen (Warum 75%? Warum nicht 25, 50 oder 90%?) und damit die öffentliche Diskussion in eine Richtung lenkt, in der der Weltuntergang zwangsläufig mit einer bestimmten Menge an CO2-Emissionen verknüpft ist.

Meine Vermutung ist, daß dies seitens der Klimaforschung (zumindest der durch das IPCC vernetzten) absichtlich geschieht. Man will nicht, daß über das Ziel differenziert und unter Berücksichtigung seiner gesamten Komplexität in der Öffentlichkeit debattiert wird.

Weil man nicht die Welt retten, sondern über das Vehikel "2 Grad" eine bestimmte politische Agenda promoten möchte.

Ich stimme mit Werner Krauss (#3 und 4) überein. Wenn wir mit unseren vielen Blogs (gleich, ob pro oder contra Emissionsvermeidung) dazu beitragen können, daß eine breite öffentliche Debatte über klimapolitische Zielsetzung zumindest in dem Detaillierungsgrad des Papiers von Geden stattfinden kann, dann haben wir nicht nur etwas für die Demokratie getan, sondern auch das Verständnis für und damit den Status der naturwissenschaftlichen Forschung verbessert. Hoch gegriffen, ich weiß, aber ich sehe das tatsächlich so.

Und ich stimme auch darin überein, daß Climategate und Kopenhagen besondere Chancen eröffnen. Ich habe auch den Eindruck, daß auf einmal der Ideenstau aufgehoben wird und viele bedenkenswerte neue Konzepte in kurzer Zeit auftauchen. Ich finde das Hartwell-Papier dabei brillant, es beschreibt eine Klimapolitik, der ich eine Menge abgewinnen kann.

Man darf jetzt nicht nachlassen, die Debatte mit solchen Papieren und Konzepten immer weiter zu füttern. Damit endlich die über den Umgang mit dem Klimawandel bestimmen können (und zwar entsprechend informiert bestimmen können), die es am meisten angeht: Die Bürger selbst.

Reiner Grundmann said...

Oliver Geden has summarized the prospects of a future EU climate policy very well and emphasized the various pitfalls which are waiting for politicians. (unfortunately the paper is not available in English, I hope it will be in due course).

On the one hand the 2 degrees target will not be realistic and this will become obvious to EU decision makers. On the other hand is the EU unlikely to give up its claim to be leader in climate policy. This claim entails three elements: science based policy making, globally binding goals and unilaterally more advanced targets. This tension will play out in two possible scenarios, either a linear or a disruptive disorientation.
Geden thinks the disruptive scenario is more likely which means we will see a 'cathartic moment', probably after the failure of COP18. This is 3 COPs from now.

The EU will not be able to lead successfully to a global goal. So what happens to the three central elements of its climate policy?
In all likelihood it will remain wedded to its unilateral leadership role (i.e. proclaiming to adhere to a 80-95% emission reduction by 2050). And what happens to the science based policy making remains to be seen, according to Geden. In any case, the 2 degree target was politically determined, not scientifically.
Such numerical targets have the disadvantage that success and failure can be detemined all too easily. Either the deadline has to be postponed, or the target has to be lowered, in both cases it will mean defeat.
Geden's recommendation is to think about a plan B rather sooner than later.

Richard Tol said...

The contents of Geden's paper is not particularly interesting. Most experts have long known that there is nothing particularly dangerous about 2.0001 degrees of warming, and that staying below that threshold is nigh impossible. (There are also a few expects who drop the "nigh".)

The paper is interesting, though, in that in gently nudges the political class to perhaps entertain the possibility of having second thoughts about a central plank of German, EU and international climate policy.

I do not share Reiner's view that the political goal will change anytime soon. See the Lisbon Agenda.

Werner Krauss said...

@Richard
Lisbon agenda - Lisbon agenda - what's the Lisbon agenda, please?

Anonymous said...

http://de.wikipedia.org/wiki/Lisbon_Agenda_Group

maybe that, werner?

Hans von Storch said...

Richard Tol has an English comment on the Geden/SWP paper and another German paper here.
HvS

Olaf said...

In politischen Prozessen sitzen meistens sehr unterschiedliche Akteure mit oft konträren Interessen am - im Idealfall runden - Tisch. In den Planungswissenschaften z.B. werden solche Prozesse untersucht und Instrumente zur Konsensbildung entwickelt. Der erste Schritt zur Konsensbildung besteht dabei in der gemeinsamen Zielfindung.

Von daher ist es für den Prozess durchaus sinnvoll, zunächst ein gemeinsames Ziel zu definieren. Geht es dabei um Grenzwerte, so kommen meist relativ willkürliche Festsetzungen heraus, das gilt nicht nur für die 2°C Grenze sondern für fast alle Grenzwerte, die in Deutschland und der EU gelten. Da es meistens unmöglich ist, einen Grenzwert wissenschaftlich genau zu bestimmen, halte ich das bis zu einem gewissen Grad sogar für legitim. Wir wissen nicht, welche Feinstaubkonzentration (Temperaturanstieg...) letztendlich gefährlich ist, aber wir wissen dass Feinstaub an sich schädlich ist - Hauptsache ist, man einigt sich auf "einen" Grenzwert und handelt. Es geht weniger um den Wert an sich als vielmehr darum, durch die Definition eines gemeinsamen Ziel gemeinsame Handlungen zu initiieren.

Kritisch sehe ich jedoch, dass solche Grenzwerte in der breiten Bevölkerung sehr technokratisch wirken und nur schwer vermittelbar sind. Ich denke, es wäre hilfreicher wenn die Politik eine positive Vision formulierte, mit der sich die Leute begeistern liessen. Im englischen Raum ist seit einiger Zeit die Rede von der "Low-Carbon Society", vielleicht könnte sich diese Idee zu einer zugkräftigeren Vision entwickeln als das 2° Ziel.

Olaf said...

Ein noch besseres Beispiel als die immer noch abstrakte "Low-Carbon Society" sind die Transition Towns. Diese definieren sich folgendermassen:

"A Transition Initiative (which could be a town, village, university or island etc) is a community-led response to the pressures of climate change, fossil fuel depletion and increasingly, economic contraction. There are thousands of initiatives around the world starting their journey to answer this crucial question:

"for all those aspects of life that this community needs in order to sustain itself and thrive, how do we significantly rebuild resilience (to mitigate the effects of Peak Oil and economic contraction) and drastically reduce carbon emissions (to mitigate the effects of Climate Change)?""
http://www.transitionnetwork.org/

Das Transition Network, eine Grassroots-Organisation in UK, wächst in atemberaubendem Tempo. Meines Erachtens zeigt sich darin, dass man mit solch positiven und gleichzeitig pragmatischen und alltagsbezogenen Visionen u.U. mehr Unterstützung gewinnen kann als mit abstrakten Grenzwerten.

Reiner Grundmann said...

Olaf

"Wir wissen nicht, welche Feinstaubkonzentration (Temperaturanstieg...) letztendlich gefährlich ist, aber wir wissen dass Feinstaub an sich schädlich ist - Hauptsache ist, man einigt sich auf "einen" Grenzwert und handelt."

What you are missing here is the political liability that comes with the 2 degrees. What Geden argues (and I think he is right) is that if we do not reach the 2 degree goal within the specified time, then policy has failed. And politicians know this.

In this respect the 2 degrees goal is different to particle concentrations (or other thresholds), because these can go up and down in short time periods. The climate system cannot be changed within short political time horizons.

_Flin_ said...

While the 2 Degree goal is rather arbitrarily chosen, it seems (at least to me) to be important not to aim too low. Since goals usually become watered down as soon as they enter the political haggle of different interest groups, starting with a moderate goal will only lead to cosmetic changes. But the challenge is to find ways to find sustainable ways of doing business, creating energy, using energy and getting around our world. Furthermore it is necessary to make clear that there is no time to waste, that the time to act is now. Not in the next presidential term. Not in the next term of office.

The 2 degree goal will be abandoned sooner or later, if there aren't some drastic external factors that force us to change fast. Peak Oil comes to mind. If Peak Oil happens, however, the nations and businesses that prepared by rising their percentage of renewable energy or installing energy-saving appliances etc., will reap the benefits of their actions.

Reiner Grundmann said...

Flin
targets have to be realistic in order to work. We already have produced 0.8 of 2 degrees and no trend reversal is visible in important climate drivers.

Imagine we wanted to stop other highly undesirable developments, such as crime or poverty. Any policy that specifies measurable and ambitious targets within a demanding timetable will run into a wall. Or one resorts to creative metrics. The many different ways to collect data on unemployment are legend.

As regards the necessity to convey drama to the public, this has been done now. The results have not been productive either. More Americans think that climate change has been exaggerated in the media compared to five years ago. According to Gallup , this rate went up from 31% in 2005 to 48% in 2010.

_Flin_ said...

Dr Grundmann, whenever I went into a salary or sales meeting with "realistic" proposals, it was for the better of the others. Because no matter how "realistic" a goal is, it will be watered down when confronted with conflicting interests or opinions.

Currently our "realistic" approach leads us to something around 4 Degrees Celsius, if one is to trust the C-ROADS model at [url="http://climateinteractive.org/scoreboard/download-and-info"]Climate Interactive[/url].

Didn't the 2 degree goal come from the question: "At which temperature are we on the safe side?" Simply because since homo sapiens existed it hasn't been warmer. One can assume or argue that we can handle higher temperatures, due to technological progress etc.. But everthing above the 2 degree goal is actually terra incognita for the human race. We might be ok, then we might be not.

With their own property, people tend to avoid risks. The chance that your house burns down is actually pretty small, nevertheless everyone has a fire insurance.

Currently we are heading for 3.9 Degrees (which is actually for 2100, what about 2200?). We need to find a way to balance our CO2 emissions with the amount our planet can handle. This is the only reasonable long term strategy. If we abandon the 2 degree goal now, everyone will just say: "Oh, no more 2 degrees, well, then we don't need to cut back CO2 by 20% as promised, we will only cut it by 15%, because it is good for our economy and our jobs." (the truth of which remains a mystery to me, because I fail to grasp intellectually how oil jobs are better on a macroeconomic level than wind energy jobs and how the tuna fisher can remain a tuna fisher when there is no tuna).

_Flin_ said...

Sorry for mixing up the comment software, the correct link is of course Climate Interactive

Hans von Storch said...

_Flin_: I find it very welcome that you this time argue openly politically. We have to aim high to get a result at mid level. This has nothing with science to do but is a matter of political tactics, which one may or not adopt. It is a matter of style, and you have to allow your adversaries to do the same. Also, if everybody knows that we have to aim high, that all goals are "high aims" - and everybody makes tacitly subtractions (additions) to the stated goal - "ah, 2 deg, that means like, ummm, at least 30% more". Lots of the skepticicsm, we are faced with, are related to this well-meaning overselling (on the "safe side"), because people got the impression that they are not told the -whatever that is- "truth" but a pedagogically improved assessment meant to manipulate our reactions.