Monday, March 12, 2012

Presseerklärung des PIK zur Zukunft des Grönländischen Eisschildes

Grönlands Eismassen könnten komplett schmelzen bei 1,6 Grad globaler Erwärmung

Die Eismassen Grönlands sind wahrscheinlich viel verletzlicher durch die Erderwärmung als bislang gedacht. Die Grenze für ein völliges Schmelzen der Eisdecke dort befindet sich im Bereich zwischen 0,8 und 3,2 Grad Celsius globaler Erwärmung, mit einem besten Schätzwert von 1,6 Grad über den Temperaturen vor Beginn der Industrialisierung. Das zeigt eine neue Studie von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Universidad Complutense de Madrid. Heute werden bereits 0,8 Grad globale Erwärmung beobachtet. Ein massives Schmelzen von Land-Eis könnte langfristig zu einem Anstieg des Meeresspiegels von mehreren Metern beitragen und betrifft daher möglicherweise das Leben vieler Millionen Menschen.


Wie lange es dauert bis zum Verlust eines Großteils der Eismassen Grönlands, hängt stark vom Maß der Erwärmung ab. „Je stärker wir die Temperaturgrenze überschreiten, desto schneller schmilzt das Eis“, sagt Alexander Robinson, Hauptautor der jetzt in Nature Climate Change veröffentlichten Studie. Wenn die Menschheit ihren Ausstoß an Treibhausgasen ungemindert fortsetzt, steuert sie langfristig auf acht Grad globaler Erwärmung zu. Dies würde innerhalb von 500 Jahren zu einem Abschmelzen von einem Fünftel der Eisdecke Grönlands führen, und zu einem fast vollständigen Eisverlust in 2000 Jahren, so die Studie. „Das würde man nicht als raschen Zusammenbruch bezeichnen“, erklärt Robinson. „Allerdings ist es rasch, wenn man es vergleicht mit dem, was bislang in der Erdgeschichte passiert ist. Und wir nähern uns wahrscheinlich bereits der kritischen Grenze.“

Wird hingegen die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt, würde sich das Schmelzen in einem Zeitraum von 50.000 Jahren abspielen. Sogar mit diesen zwei Grad, die oft als globale Leitplanke für den Klimawandel bezeichnet werden, wäre das Eis aber nicht sicher. Frühere Forschung hatte für das Schmelzen der Eismassen Grönlands eine Schwelle von 3,1 Grad Celsius Erderwärmung als bestem Schätzwert ergeben, mit einem Unsicherheitsbereich von 1,9 bis 5,1 Grad. Die neue Studie bedeutet grob eine Halbierung des bisherigen besten Schätzwertes.

Rückkopplungen zwischen Klima und Eis - ein Kipp-Element im Erdsystem

„Unter bestimmten Bedingungen wird das Schmelzen der Eismassen Grönlands unumkehrbar, wie unsere Studie zeigt“, sagt Andrey Ganopolski vom PIK, Leiter des Forschungsteams. „Dies stützt die Annahme, dass die Eismassen dort ein Kipp-Element im Erdsystem sind. Wenn die weltweite Mitteltemperatur die von uns ermittelte Grenze deutlich und lange Zeit überschreitet, wird das Eis immer weiter abschmelzen und nicht wieder zunehmen – sogar wenn das Klima nach vielen tausend Jahren wieder zu einem Zustand wie vor der Industrialisierung zurückkehren würde.“ Dies hängt mit Rückkopplungen zwischen Klima und Eisdecke zusammen: Das Eis auf Grönland ist mehr als 3000 Meter dick, seine Oberfläche befindet sich daher in kühleren Höhenlagen. Sinkt sie durch das Schmelzen hinab in wärmere Luftschichten, so beschleunigt dies den weiteren Eisverlust. Zudem reflektiert das Eis einen großen Teil der Sonneneinstrahlung zurück ins All. Wenn durch das Schmelzen die von Eis bedeckte Fläche schrumpft, wird mehr Sonnenstrahlung von unserem Planeten aufgenommen, was die regionale Erwärmung verstärkt.

Die Wissenschaftler erzielten ihre Ergebnisse mit einer neuartigen Computer-Simulation der Eisdecke Grönlands und des regionalen Klimas. Die Veränderungen in diesen beiden physikalischen Systemen werden in der Simulation aufwändig durchgerechnet – einschließlich wichtiger Prozesse wie zum Beispiel der Rückkopplungen im Klimasystem, die zusammenhängen mit Veränderungen des Schneefalls und der Eisschmelze als Folge der Erderwärmung. Das Modell bewies dabei die Fähigkeit, sowohl die heute beobachtbare Eisbedeckung korrekt zu berechnen als auch ihre Entwicklung über die vergangenen Eiszeit-Zyklen hinweg. Deshalb wird der Simulation zugetraut, auch die Zukunft richtig abzuschätzen. All dies macht die neue Abschätzung verlässlicher als die vorherigen.



Artikel: Robinson, A., Calov, R., Ganopolski, A. (2012): Multistability and critical thresholds of the Greenland ice sheet. Nature Climate Change [doi:10.1038/NCLIMATE1449]

Weblink zum Artikel, wenn er veröffentlicht ist: http://dx.doi.org/10.1038/NCLIMATE1449

33 comments:

Anonymous said...

"Das Modell bewies dabei die Fähigkeit, sowohl die heute beobachtbare Eisbedeckung korrekt zu berechnen als auch ihre Entwicklung über die vergangenen Eiszeit-Zyklen hinweg. Deshalb wird der Simulation zugetraut, auch die Zukunft richtig abzuschätzen. All dies macht die neue Abschätzung verlässlicher als die vorherigen."

PIK says : TRUST ME. Just because you can curve-fit the past doesn't mean you can predict the future.
Who pays these clowns for their GIGO simulations?

Harald

Hans von Storch said...

Harald,
"Who pays these clowns for their GIGO simulations?" - why do you insult those scientists at PIK as "clowns"? They are not clowns, be assured. Is it somehow helpful apart of you being able to vent some frustrations? Likely not. What about looking at their results and how they argue? Maybe they are right?
By the way, what means GIGO?

P Gosselin said...

GIGO = garbage in, garbage out.
Anyone working in climate modelling knows this very well, Especially those still fit enough to recognise that there's plenty of garbage going in.
Concerning the PIK, they are agenda-driven to the core. Anyone who can't see this needs an urgent visit to the eye-doctor. It's not for nothing they lead-authored "The Great Transformation of Society". They've demonstrated time and again that they cannot be trusted. Must we roll out all the tricks and deceptions they've produced in the past? Take a recent Cologne court decision as an example.

Ben said...

GIGO see http://en.wikipedia.org/wiki/GIGO

"... wird das Eis immer weiter abschmelzen und nicht wieder zunehmen – sogar wenn das Klima nach vielen tausend Jahren wieder zu einem Zustand wie vor der Industrialisierung zurückkehren würde.“
Eisfreie Pole gab es doch schon einmal, oder nicht? Vielleicht war eine weiterer Kipp-Effekt dafür verantwortlich, dass es danach wieder Eis gab ...

Hans von Storch said...

Thanks, P. Gosselin, for explaining GIGO. Which "G" went in this time?

I would admit that there were sometimes claims coming out of PIK which I thought of strange; some results were methodically obscure; Rahmstorf received a gag order concerning a journalist, some invented the big transformation, true. But it could nevertheless be that Robinson, Calov and Ganopolsky did a good job.

Would you claim that whatever comes out of PIK is a-priori GIGO?
Hm. If YOU would assert such an assessment as legitimate, would you allow ME to claim that whatever comes out of Heartland is GIGO? Maybe a kind of balance of legitimacy of insulting our opponents?

No thanks, P. Gosselin.

ghost said...

@Prof von Storch
seltsame Diskussion hier...


ich finde die Pressemitteilung ist sehr schön geschrieben und gut erklärt. Sie zeigt die Zeiträume und das Problem der Rückkopplungen (Höhe und Albedo). Sie erklärt die Zeiträume aus menschlicher Sicht (nicht rasch) und aus geologischer Sicht, sehr rasch. Und sie begründet, warum sie der Modellierung und der Simulation trauen.

Die Überschrift ist ein wenig stark.

Wie gut oder schlecht die Arbeit ist, kann ich nicht beurteilen, da ich erstens das Papier nicht kriege und zweitens, viel wichtiger, keine Ahnung habe.

ABER: solche Arbeiten stellen mich immer wieder vor die Frage: erstens: was ist die eigentliche Grenze, damit eine Anpassung an einen Klimawandel noch gut möglich ist? 500 Jahre sind ja auch im worst-case eine lange Zeit für die Menschheit. Und zweitens: viele Aussagen gehen ja immer nur bis 2100... aber da hört es ja nicht auf. Und eine Veränderung der Atmosphäre wirkt ja so ewig lang, dass wir es gar nicht fassen können.

Anonymous said...

Hans,
ghost:
"Und sie begründet, warum sie der Modellierung und der Simulation trauen."

This is my point, they do not provide any meaningful basis for trusting their simulation/model. Backfitting is the backbone of their program, but there is no way to make their results believable, other than waiting 50 000 years.
I am sure they are excellent modellers and programmers, but their claim of knowing regional impact, based on a vague 1.6oC global temperature increase is clearly unreasonable. (Although it is easy to prove their model is better than the previous ones)

Their funding sources require them to toe the line. The amount of funding is probably more than Heartland has available.
By the way, Hans, Heartland's goal is simply to provide an avenue for countering the "consensus" with scientific discussion; they do not have alternate theories, just the opinion that what is being propogandized as "known science" is not. We all know how incomplete our knowledge of the chaotic system is (clouds).
I did not insult the individual programmers, but rather the PIK organization, which in a normal (not post-normal) world would have no reason for existence.

Grüsse
Harald

itisi69 said...

ich finde die Pressemitteilung ist sehr schön geschrieben und gut erklärt. Well, it's not about a new car, isn't it?

Georg Hoffmann said...

Was ist an diesem Resultat ueberraschend? Der Groenlaendische Eisschild bildete sich vor 3Millionen Jahren als es ca. 2±1 waermer war als heute. Das PIK Model hat den Peak der Wahrscheinlichkeit bei 1.6°C. Auch das es eine Hysterese bei der Eisbildung/Eisschmelze gibt ist sicher plausibel.
Aber es sicher schoen, dass ein mechanistisches Model das jetzt ungefaehr abbilden kann. Aber die Resultate als solche sind vielleicht nicht sooo eine Bombe, oder?

Hans von Storch said...

Ich fand die Presseerklärung der Sache nach eigentlich auch nicht besonders aufregend. Ob Details, wie die kritische Temperatur, sofern existent, so passen, ob die Zeiten zum Abschmelzen gut geschätzt sind, naja. Aber überraschend war für mich, dass das PIK hier ganz explizit eine Trivialität betont, nämlich, dass man es hier mit einem zeitlich - im Sinne menschlicher Gesellschaften - recht langsamen Prozeß zu tun hat.
Ich erinnere einen Auftritt von Dr. Levermann, eben: PIK, vor dem Umweltausschuß des Kieler Landtages, wo der Eindruck entstand, ein mehrmetrige Meeresspiegelanstieg stünde in den kommenden wenigen Jahrzehnten bevor, spätestens bis 2100. Abgenommen wurde ihm das allerdings nicht, und so ist diese Stellungnahme der Sache und dem Ton nach doch recht sachlich.

Georg Hoffmann said...

@Hans
Ahhh. Daher.

Freddy Schenk said...

@Ghost:
The paper is included in the cummulative dissertation as chapter 4: Alexander Robinson 2011

At least the Eemian had an ice-free Greenland according to ice core drillings and the higher sea-level of up to 5 m, like shown by North Greenland Eemian Ice drilling.

However, in the dissertation, chapter 3 (page 40), one can read sth. else but no references are given:
At the same time, the presence of Eemian and older ice in several ice cores indicate that a large portion of the GIS survived the Eemian Interglacial. Moreover, the isotopic composition of Eemian ice from the Greenland summit can be interpreted to show that the height of the summit was not much lower during the Eemian compared to the present day. These data can potentially provide useful constraints for ice sheet models.

I didn't spent attention to that till now. Maybe somebody is more into the Eemian-Greenland topic? I’m i.e. confused about “the isotopic composition of Eemian ice from the Greenland summit can be interpreted to show that the height of the summit was not much lower during the Eemian compared to the present day”

Georg Hoffmann said...

@Freddy
The isotopes are influenced by condensation temperatures which are influenced by climate and (via the lapse rate) the orography of the ice sheet. So in principle each isotope signal is a mixed orography/climate signal.

For the Eem the situation is difficult. There are serious issues with the dating at the bottom (foldings of ice layers etc). Instead of the uncertain interpretation of the isotopes most people just look if there was ice at all during the Eem at the different deep drilling sites. In particular Dye3 in southern Greenland (which was ice covered) puts some limits to ice sheet loss during the Eem.
Michiel Helsen here works at a more detailed coupled icesheet/climate model. He addresses about 3 Meter sea level change to Greenland if I remember right.
Most of the polemic started with these papers
http://www.sciencemag.org/content/311/5768/1751.abstract

Cheers

Georg Hoffmann said...

@Fredy
I just checked the numbers with him. It's a bit more than 2 Meters in about 9000 years (113-122 kyrs BP) with 50cm per 1000 years max. I think there is an agreement that this is on the very low side both for the total volume and for the fastest melting rate.

Karl Kuhn said...

But it is interesting to see how the message was delivered by Der Spiegel. The time scales were not mentioned in the headline, but at last in the text body of the article.

As to the problem with PIK being bound to alarmism:
Yes, I believe that is actually true. As soon as you found a research organisation with such a narrow problem focus, they will always be tempted to prevent the problem from going away.

BUT that does not mean that their arguments are invalid. I believe that, to get back to more rationality in the climate debate, we should not dismiss arguments because of their origin.

The problem with such highly polarised debates is that, finally, all scientific participants seem to be so attached to their opinion that there is nobody left that who would allow himself to be convinced by counter-arguments. In the climate debate, I am afraid, we have reached this point.

Hans von Storch said...

I would subscribe to Karl Kuhn's assessment. The challenge is to keep open communication between these "blocks", which means to accept that some of "us" are indeed blockheads, but that not all of "them" are blockheads either (whoever "we" and "they" are).

By the way, I was told about the press release by a stakeholder responsible for coastal defense, and they noticed mainly the time dimension as the significant part of the press release.

Freddy Schenk said...

Thx @ Georg. Yes I know how the isoptope stuff works - my question relates to the point where these isotopes were taken from. I would need to read more studies about these drillings, depth and location in detail...
So it seems that both sides tend to avoid to note the discrepancies of different drillings? At least in my two examples I had bad luck - one study claiming ice-free GIS, the other suggesting almost similar summit for the GIS without refering to each other...

Werner Krauss said...

@ Hans #5

"Rahmstorf received a gag order concerning a journalist, some invented the big transformation, true."

What exactly is the value of this information here? Was Rahmstorf part of this study? And if so, does this "gag order" question his qualities as a scientist? Or do you just want to make sure that we don't forget that Rahmstorf once lost a trial against a journalist?

Georg Hoffmann said...

@Freddy
"Yes I know how the isoptope stuff works - my question relates to the point where these isotopes were taken from. "

Well there is probably Eemian ice in all major deep drillings but its not layered and there are foldings and no precise dating.
We modelled the isotopic signal during the Eemian and work on the paper (three time slice calculations). But this gets now very technical. If you have questions please contact me.

Anonymous said...

@ Hans von Storch

"der Sache nach eigentlich auch nicht besonders aufregend"

Interessant ist, wie die Arbeit von den Medien aufgenommen wird.

Der SPIEGEL alarmiert: "Ein Abschmelzen des mehr als 3000 Meter dicken grönländischen Eispanzers gilt als eine der womöglich dramatischsten Folgen des Klimawandels, weil dies einen Anstieg des weltweiten Meeresspiegels um etliche Meter auslösen und viele dicht besiedelte Küstengebiete überfluten könnte."

Als Hamburger Leser kriegt man da schon mal nasse Füße und guckt sich nach einer Bleibe in den bayrischen Alpen um ...

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,820702,00.html

Zum Glück gibt's nicht allein das PIK.
Hier die 4000 y Temperaturrekonstruktion Grönlands durch eine internationale Forschergruppe ...

http://www.leif.org/EOS/2011GL049444.pdf

V. Lenzer

Georg Hoffmann said...

@Lenzer
"Zum Glück gibt's nicht allein das PIK.
Hier die 4000 y Temperaturrekonstruktion Grönlands durch eine internationale Forschergruppe ...
"

Hat rein ueberhaupt nichts mit dem Abschmelzen/Nicht-Abschmelzen Groenlands zu tun.

Hans von Storch said...

Werner, I was discussing P. Gosselin contribution about PIK in general, where he/she said: "recent Cologne court decision as an example." Thus, I thought it meaningful to admit that some PIK actors have sometimes acted strangely, but that this would not be good argument to mistrust all results from that institution.

Was that an unreasonable contribution to our discussion?

Werner Krauss said...

@Hans #22

I remember the discussion we once had here on klimazwiebel about the Rahmstorf / Meichsner case. I quoted there a statement from Rahmstorf, who said:

"In der Echokammer der 'Klimaskeptiker' werden solche Dinge dann über Jahre immer wieder ohne ihren Kontext zur Diskreditierung benutzt - man kann unschwer vorhersagen, dass noch in zehn Jahren unter Artikeln mit einem Bezug zu mir Leserkommentare auftauchen werden, wonach ich ein gerichtlich verurteilter Lügner sei."

That's what came to my mind. Now everybody is reminded again of Rahmstorf and this case, even though this has absolutely nothing to do with our discussion. (Relativising it - "no reason to mistrust the institution" - doesn't help much. Mentioning it without reason, that's the problem).

Anonymous said...

@ Hoffmann

"Hat rein ueberhaupt nichts mit dem Abschmelzen/Nicht-Abschmelzen Groenlands zu tun"

Nein?
Die Temperaturentwicklung in Grönland hat nichts mit der Gletscherschmelze oder -bildung zu tun?

Dann sollten wir die temperaturbasierte PIK-Studie gleich vergessen?

Erstaunliche Aussage.
Welche Faktoren - außer den Niederschlägen - bestimmen Gletscherschmelze oder -bildung dann?

Zitat aus dem verlinkten Papier: "The record indicates that warmer temperatures were the norm in the earlier part of the past 4000 years, including century‐long intervals nearly 1°C warmer than the present decade (2001–2010)"

Siehe auch Figure 1, Seite 3

Bliebe die Frage, weshalb die Meerespiegelhöhe im untersuchten Zeitraum der letzten 4000 Jahre trotz der gemessenen Temperaturspitzen relativ stabil blieb.

V. Lenzer

Hans von Storch said...

We have in the early 2000s examined to what extent recent records of accumulation at a number of sites in Northern Greenland could be explained by temperature (at 700 hPa):

Crüger, T., H. Fischer and H. von Storch, 2004: What do accumulation records of single ice cores in Greenland represent? J. Geophys. Res. 109, D21110, doi:10.1029/2004JD005014

The abstract reads:
It is investigated to what extent multiannual accumulation time series from Greenland reflect dynamic and thermodynamic processes and how representative single accumulation series are for the entire ice sheet. Furthermore, it is examined whether accumulation is related to low-level atmospheric temperatures. ... two kinds of regression models are developed which linearly relate multiannual accumulation records to meteorological mean fields. Seven ice cores from north to central Greenland and the NCEP Reanalysis data are used for the period from 1948 to 1992. ... One group of regression models distinguishes between dynamic and thermodynamic atmospheric effects. ... For six of the ice cores, these regression models describe more than 56% of the variability of the smoothed accumulation series, confirming that they represent to a large extent atmospheric states. Multiannual accumulation variability is found to dominantly represent circulation variability. However, the circulation fields
that are linked with accumulation show marked differences among the cores concerning the represented seasons, areas, and structures. Thus local accumulation generally
represents only regional-scale climate features, which are probably to a great extent influenced by orography. Furthermore, regression models using only 700 hPa temperature as predictor show that a general linear relationship between accumulation and temperature does not exist over this 45-year time interval. ... it is not reasonable to describe accumulation by means of temperature in mass balance models for the Greenland ice sheet in decadal timescales.

Georg Hoffmann said...

@Lenzer
"Die Temperaturentwicklung in Grönland hat nichts mit der Gletscherschmelze oder -bildung zu tun?"

Die rekonstruierte Temperaturentwicklung Groenlands hat nichts mit diesem Paper zu tun. Hier werden zukuenftige Szenarien gerechnet mit hypothetischen Erwärmungsraten und nicht historische Rekonstruktionen.
Na ja, "nichts" ist nicht ganz richtig. Es taucht ja beide Mal das Wort Groenland auf.

"Dann sollten wir die temperaturbasierte PIK-Studie gleich vergessen?"

Die PIK Studie is temperaturbasiert, und niederschlagsbasiert und zirkulationsbasiert.

"To study the long-term response of the GIS to rising temperatures
more directly, we used an intermediate complexity, regional
climate model14 coupled to an ice-sheet model15 (see Methods).
This new approach has been shown to reproduce the regional
climate well compared to observations14 and, most importantly,
it explicitly incorporates the albedo and elevation feedbacks that
are important for proper simulation of the long timescale response
of the GIS to climate change."

"Bliebe die Frage, weshalb die Meerespiegelhöhe im untersuchten Zeitraum der letzten 4000 Jahre trotz der gemessenen Temperaturspitzen relativ stabil blieb."

Na weil die Responsezeit des GIS eben sehr lang ist (hier waren zb schon 500 Jahre erwaehnt um 1/5 abzuschmelzen bei einer Art busyness as usual scenario) und 1°C waermer eben noch deutlich unter den hier genannten thresholds liegt.

Das oben erwaehnte Eem war ca 5° waermer und es hatte wohl auch deutlich hoehere Schmmelzraten.

Georg Hoffmann said...

@Hans
It's allways the surface mass balance that is meant in the abstract?
That would exclude all melting/calving in coastal areas which might be more directly linked to (summer) temperatures (ie total mass ballance is better related than surface mass balance)?

Anonymous said...

@ Hans von Storch

"it is not reasonable to describe accumulation by means of temperature in mass balance models for the Greenland ice sheet in decadal timescales"

This about accumulation but how about describing ice mass loss by means of temperature in decadal timescales?

As Georg explains and as your abstract from 2004 reads the process is quite complicated.

On the other hand, reading the PIK press release and how the media present the issue, it's just about increasing temperatures.

Rather misleading, not for experts in the field maybe but for laymen - thus for politicians.

V. Lenzer

Karl Kuhn said...

The second sentence in the Spiegel article reads:

"Laut einer neuen Simulation droht ein vollständiges Abschmelzen schon bei einer Erderwärmung von 1,6 Grad Celsius."

You could now start a survey to ask SPON readers how to interpret this. IMHO the most likely 'half-conscious' interpretation would be:

"As soon as global temperatures will have increased by another 1.6 °C, the Greenland ice shield will be gone already."

The quick reader only notices this information unless he decides to switch to the article. By this alarmism gets ingrained into peoples' minds.

Anonymous said...

Newsletter vom Spektrum der Wissenschaft:

"Zerstört schon moderate Erwärmung Grönlands Eisschild? [12.03.2012] Weltweit erwärmt sich die Arktis am stärksten. Die Eisschmelze nagt dabei zusehends an Grönlands Gletschern: Schon in 500 Jahren könnte die Insel fast eisfrei sein."

Trau schau wem!

EliRabett said...

Noch schneller

Pirate said...

I have a question regarding the ratio of Arctic warming, global average temperature and the sea levels:

I understand that the estimates of Arctic warming and sea level rise are based on the past interglacials, especially the Eemian. Then the high north latitudes warmed up a lot due to increase of summer solar insolation by about 13 %. The tropics apparently even cooled compared to present and some studies (e.g. Hansen & Sato) estimate GAT was few tenths of a degree higher than today, max one degree. Hence predictions of radical seal level rises if GAT rises.

However, today the solar forcing is less and CO2 will provide the warming. However, CO2 produces a much more uniform warming pattern and is especially effective in the tropics. Hence GAT will rise much faster than during the Eemian.

So, the Eemian Greenland ice sheet melt and sea level rise was produced by solar warming that was most pronounced in the high NH latitudes in the summer. For the same reason, GAT did not increase much.

Now we have CO2 warming that is also warming the tropics so GAT will rise faster. However, we will not have more solar warming in the north.

One paper argued that 45% of GIS melt during the Eemian was due solar insolation and associated feedbacks, 55% temperature rise effects.

On the basis of this, isn't the use of Eemian GAT rise/GIS melt ratio to predict modern GIS melt and sea level rise a fallacy?

Volker Doormann said...

"Pirate said... 32
"I have a question regarding the ratio of Arctic warming, global average temperature and the sea levels: On the basis of this, isn't the use of Eemian GAT rise/GIS melt ratio to predict modern GIS melt and sea level rise a fallacy?"


I do not really know, but I think there is a general solution. The saw tooth like oscillations of ~8° Cel. (There must be a big heat source anywhere which creates this heat current on the Earth). That shows that the temperature is increased in a few single years, with relaxing times of ~50ky. The grade of relaxing time is also confirmed by Prof. G. Patzelt from his measurement in the Alps. This means that the high level after ~10ky to 20ky after the boost is still present. One effect of the temperature boost was melting of the polar ice with the result of an increasing sea level of ~120 meter. The rate of increasing sea level has decreased until today to a low value. Some 6ky ago the Doggerbank in the North Sea was without water and the sea level is now 30m over ground. Looking to the variations of the still slowly increasing sea level, there are some oscillations with frequencies of ~1/1000 years, as we know from the temperature cycle warm peaks of the time ~1100 AD to 2000 AD and the cold peaks in the LIA. Whatever the reason is for this temperature oscillation, it is clear that it modulates the decreasing long term temperature relaxation of ~50ky with the result of temporary increasing sea levels also for some 400 years until to day or for some 200 years ahead. As a second effect of higher ocean temperatures an increase of the sea level happened from the density property of water, which is higher at higher temperatures (>4°Cel.). Doing some math on it, one can separate this effect from the sea level data. The perspective looks like a saturation in the increasing rate of the sea level for some 10ky – 30ky ahead but with the 1/1000 y-1 oscillations of some cm pp. There are hints from the frequency spectra from the saw tooth oscillations giving the geometry of the oscillator.

V.