Friday, November 15, 2013

Die grosse Transformation - geschichtlich gesehen

Das Konzept der "grossen Transformation" ist nicht sehr breit in den Medien behandelt worden. Im Focus aber gab es ein  Interview mit der Historiker und Totalitarismusforscher Wolfgang Wippermann von der Freien Universität Berlin von Jan-Philipp Hein. Ich denke, da sind interessante Beobachtungen aus der Distanz dabei.

10 comments:

Anonymous said...

Ein ausgesprochen wichtiger und aufschlussreicher Beitrag.

Wie weit die "Grosse Transformation" in den Köpfen und Medien bereits vorangeschritten ist, belegt z. B. die mediale Berichterstattung zum Taifun Haiyan.
Nach all den Jahren ökologistischer Gehirnwäsche in den Redaktionen findet sich die wissenschaftlich zuverlässigste und seriöseste Betrachtung heute nicht mehr in den einstigen Leitmedien wie BBC, NYT, SPIEGEL oder ZEIT, sondern in Boulevardblättern wie der Daily Mail ...

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2508573/How-BBC-turned-catastrophic-crisis-drama-global-warming.html

Die Folge eines beispiellosen intellektuellen Niedergangs und Versagens vor einer totalitären Ideologie, weithin unbemerkt von den Lesern, die in ihrer überwiegenden Mehrheit dem eingeschlagenen Kurs lammfromm folgen.

Bemerkenswert für jene "spätgeborenen" Generationen, die ganz selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen, gegen die Versuchungen gefeit zu sein, denen ihre Eltern und Großeltern in zwei totalitären System erlagen.
So kann man sich täuschen!

V. Lenzer

volkerdoormann said...

"Die Folge eines beispiellosen intellektuellen Niedergangs und Versagens vor einer totalitären Ideologie, weithin unbemerkt von den Lesern, die in ihrer überwiegenden Mehrheit dem eingeschlagenen Kurs lammfromm folgen."

s.a.Kommentar:
https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/bau-der-schoensten-aller-welten#1384510818416461

Werner Krauss said...

Anstatt der etwas weinerlichen "das macht mir Angst" Tirade von Wolfgang Wippermann von 2011, die man in allen Variationen auf scienceskeptical und eike seit Jahren lesen kann, hier ein zumindest aktueller Artikel aus der FAS "Die Rettung der Welt ist ersatzlos gestrichen". Friederike Haupts Artikel ist zumindest argumentativ, aktuell und politisch und unterscheidet sich schon daher von dem ewigen Lamento, dass uns bald eine "Ökodiktatur" drohe, die uns alle versklaven etc etc...Das Schlimme an den Polemiken, die sich am WBGU abarbeiten, ist ja nicht, dass sie diesen kritisieren, sondern das Niveau der Kritik - Wippermann ist hier leider ein Beispiel dafür. Anders Oliver Geden, der in dem Artikel ausführlich zitiert wird: mit seinen Argumenten kann man sich wenigstens auseinandersetzen, es handelt sich um eine konstruktive Kritik der derzeitigen Klimapolitik. Dagegen haben Argumente wie "die Ökodiktatur macht mir Angst" auf frappante Weise Ähnlichkeit mit denen, gegen die sie sich richten: das Schüren solcher unspezifischen Ängste dient nur dazu, die Kohorten hinter sich zu versammeln.

Quentin Quencher said...

Lieber Herr Kraus,

Sie schmeißen schon wieder etwas zusammen, was getrennt werden muss. Ökodiktatur ist das eine, Klimapolitik das andere. Letzteres ist, vor allem wenn sie alarmistisch geprägt ist, nur ein Teil des Gebäudes. Und wenn wir schon von »Angst machen« reden, dann sollten wir uns mal die grünen Weltenretter, auch die aus dem Dunstkreis des WBGU, anschauen. Da wird beispielsweise offen darüber fabuliert, dass man eine „Heuristik der Angst“ etablieren müsse um die Menschen auf den richtigen Weg zu bringen. So geschehen vom Grünen Hermann Ott in einem Gespräch bei der Gerda Henkel Stiftung. Und der Ott ist ja nicht irgendeiner, sondern war Leiter einer Arbeitsgruppe der Enquete »Wachtum«.

Wenn hier jemand Angst schürt, dann sind es die Alarmisten. Übrigens den FAZ Artikel finde ich auch, und habe den bereits kommentiert.

Günter Heß said...

Lieber Herr Krauss,

wenn einer ihrer Geisteswissenschaftlerkollegen nicht ihrer Meinung ist, bezeichnen sie seine Argumente als weinerlich?
Konnten das die Klimawissenschaftler von den Geisteswissenschaftlern lernen?
Ich jedenfalls kann aus den Argumenten von Wippermann nichts weinerliches herauslesen, eher eine sachliche Analyse.

Mfg
Günter Heß

Werner Krauss said...

Lieber Quentin Quencher,

echt, gibt der Herr Ott jetzt auch noch den "Wachturm" heraus? Naja, eigentlich kein Wunder, dass so einer bei den ultimativen Apokalyptikern, den Zeugen Jehovas, landet! Oder hab ich mich da verlesen...

Lieber Herr Heß,

vielleicht ängstlich statt weinerlich: "Aber die Sprache ist schonmal schrecklich und das macht mir Angst".

Und nein, um Gottes Willen, die Klimawissenschaftler dürfen das keinesfalls von uns lernen! Die sollen immer nur EINER Meinung sein - wo kämen wir dahin, wenn die sich auch noch widersprechen würden! Manchmal machen Sie mir wirklich Angst, Herr Heß!!!!

Quentin Quencher said...

Na ja, Herr Kraus, wenn ich mit einem Tippfehler für allgemeine Heiterkeit sorgen kann, dann ist mir auch um die Zukunft unseres Planeten nicht bange. Wie heißt es doch auch so schön: „Wo der Mensch lacht, hat der Teufel seine Macht verloren“. Aber vielleicht sind die von mir eher unfreiwillig hervorgerufenen Assoziationen gar nicht so falsch.

Werner Krauss said...

Quentin Quencher,

finde ich auch, und sorry, aber der Scherz bot sich einfach an -:) Und danke für den link in die Gartenlaubendiskussion, ein schönes Dokument: die Leute reden.

Quentin Quencher said...

Apropos Tippfehler. Da habe ich auch noch mal einen schönen: Axel Bojanowski per Twitter:

„2013, Jahr ohne Hurrikan (selten) - vorhergesagt waren 7 bis 11. Ursache "unvorhersehbare athmopsphärische Muster": http://www.noaanews.noaa.gov/stories2013/20131125_endofhurricaneseason.html #.UpWvZpbXoeQ.twitter …“

Was würde wohl Loriot dazu sagen, oder ist das bereits ein Thema für Donaldisten.

Anonymous said...

Dämonisierung durch Vergleich

"Naturwissenschaftler kommen direkt an den Menschen. Denken Sie an das, was aus der „Rassenforschung“ abgeleitet wurde. Wir Historiker doktorieren an vergangenen Sachen herum und können keine Geschichte mehr schaffen. Diese Naturwissenschaftler hier, die können tatsächlich Politik machen."

Der Witz an der Sache ist... beide Aussagen sind von Wippermann. Dämonisierung durch Vergleich - DDR und Drittes Reich ist ein Buch von ihm.

Wahrscheinlich muss man den "Experten" Wippermann, wie hier im Focus oder in dem Buch, vom Forscher Wippermann unterscheiden.

Irgendwie war dieser Punkt doch interessant. Mehr aber auch nicht.