Tuesday, March 22, 2016

Von der Vermessung der Welt zur Vermessung der Wissenschaft

Anlässlich einer Tagung zur Küstenforschung blickte der ehemalige Direktor des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer zurück auf die Forschung, welche die heftigen Konflikte um den Nationalpark nach dessen Gründung begleitet hatte. Genützt hätten ihm vor allem die Geisteswissenschaften, von denen er über die Geschichte der Landschaft, über die Beweggründe der Akteure (inklusive ihm selbst) und damit auch die Dynamik der Auseinandersetzungen gelernt habe. Die vielen naturwissenschaftlichen Projekte hingegen hätten allenfalls zu einem neuen Küstenzonenmanagementprojekt und damit hauptsächlich zu mehr Verwaltungsaufwand für seine Behörde geführt. Das wird den Küstenforschungsprojekten vielleicht nicht gerecht, doch war dies eine der seltenen öffentlichen Bekundungen des Wertes von Geisteswissenschaft, die ich aus dem Umfeld angewandter Forschung gehört habe.

Die Forschungspolitik in Deutschland sieht das allerdings anders, wie einem interessanten Artikel aus der taz mit dem schönen Titel "Die Vermessung der Wissenschaft" zu entnehmen ist. Sie bevorzugt Wissenschaft, die mess- und quantifizierbar ist. Ein Institut mit vielen Drittmittelprojekten und mit vielen Veröffentlichungen in peer-reviewed Journalen mit hohem ImpactFaktor gilt als exzellent und als genereller Vergleichsmaßstab für alle Disziplinen. Das ist natürlich Pech für Geisteswissenschaftler, die nicht schon während oder gar vor Projektbeginn ihre Resultate veröffentlichen, sondern erst nach womöglich langen Forschungen, und dies dann auch noch in Sammelbänden oder dicken Monographien, die natürlich mit keinen Impact Faktor gemessen werden.
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Wednesday, February 24, 2016

Nach Paris: Das Klima der Unsicherheit

Der Winterschlaf nach Paris war wohlverdient, aber natürlich geht die Klimadebatte weiter. Aber wohin, und wovon handelt sie? Es ist mal wieder an der Zeit zu sortieren, was sich auf dem Schreibtisch inzwischen so angesammelt hat. Als Leitmotiv dient mir ein kleines Zitat aus einem Interview mit dem Ethnologen David Harvey: "The idea that if we cannot measure it then it does not exist is one of the most dangerous, foolish ideas of our times."
Die Klimawissenschaften sind zu Recht stolz darauf, den von Menschen verursachten Klimawandel als statistische Größe und physikalische Realität identifiziert zu haben. Daraus hat sich allerdings eine eigene Dynamik entwickelt, die Metrik zum Schicksal macht und alle anderen Wissensformen und Realitäten auf den Rang verweist. Dadurch entsteht eine enorme Schieflage und Verengung der Klimadebatte, die große Teile der Realität einfach ausblendet, ganz abgesehen von der Überforderung der Klimawissenschaften als einer Art Leitwissenschaft. Die Warnung von David Harvey blieb mir daher beim Sortieren meiner Artikel über die Debatte um die in Paris vereinbarten 1,5 Grad oder um syrische Klimaflüchtlinge im Sinn.

Friday, February 19, 2016

Climate science - FOR AND BY THE PEOPLE?



As already announced, the 5th Bray-and-von Storch survey has been completed and the response frequencies become available. For further details of the set of five surveys refer to the first entry here on the Klimazwiebel. The sampling and the demographics will be made public with the full report, which is to be expected in a few months.

Here, and in following threads, we will present a few results of the 5th Bray-and-von Storch survey, which may be of interest for some; we certainly would like to hear the comments by the readers.

Today we discuss the responses of two questions from the block “Science and Society”, which are essentially asking if science should be “FOR the people” or “BY the people”.

Wednesday, February 17, 2016

Fifth Bray – von Storch International Survey of Climate Scientists completed




In the past, beginning in 1995, Dennis Bray and Hans von Storch, conducted a series of interviews with an international sample of climate scientists concerning their opinions of climate change, climate models and the social and political dimension of climate change. These interviews provided the basis for a set of questions to be used as a survey instrument of the broader climate science community.

Wednesday, January 27, 2016

Antrittsvorlesung: Hans von Storch in der WISO Fakultät der Universität Hamburg

In Anerkennung meiner Bemühungen, Sozialwissenschaften in das Hamburger Exzellenzentrum CLISAP zu integrieren, bin ich zum "Zweitmitglied" der Fakultät für wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg ernannt worden. "Zweit"  bezieht sich auf die Tatsache, so verstehe ich es, dass meine primäre Heimat die Naturwissenschaften sind.

Um diese Aufnahme auch formal zu dokumentieren, wurde ich zu einer Antrittsvorlesung gebeten. Dazu las ich am 20. Januar 2016 diesen Text, der auch als pdf auf academia.edu abrufbar ist.

Monday, January 11, 2016

Nordisch by Nature: Klimaforscher Hans von Storch im Unruhestand

Das neue Jahr beginnt auch mit einem Abschied, und zwar dem von Hans von Storch als Direktor des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz Zentrum in Geesthacht. Aus diesem Anlass hat der NDR einen schönen Beitrag gesendet, dem man auch entnehmen kann, dass dieser Abschied allenfalls einer in den Unruhestand ist. "Die Küste ist seine Heimat, die Klimawissenschaft seine Berufung" - besser als der NDR kann man es wohl nicht sagen. Bleibt nur noch zu wünschen, dass die Klimazwiebel auch im neuen Jahr seine bevorzugte Plattform für seine immer informativen, oft provokanten und manchmal auch steilen Thesen zu Klima- und Küstenthemen bleiben möge!

Saturday, December 19, 2015

After Paris: Embedded environmentalism?

The agreement reached in Paris will only be meaningful if countries make progress on their pledges to reduce greenhouse gas emissions.

Lack of progress is often attributed to the influence of climate skepticism, and some observers expect a new wave of skeptical voices in the coming years. Yesterday Michael Oppenheimer was quoted in the Washington Post, saying

“Denialism draws its oxygen from larger political agendas and Paris won’t put an end to those... There will still be plenty of opposition to regulating greenhouse gas emissions, to regulation in general, and to any sort of international cooperation.”

Tuesday, December 15, 2015

What Klimazwiebelists have to say on the COP21 result

All have an opinion on the result of COP21, even if these opinions may be based on rather different perceptions of the results. But we thought that it could be interesting if we Kimazwieblists would present some individual views. Four of us, Reiner Grundmann, Werner Krauss, Hans von Storch and Eduardo Zorita, have taken on the challenge - here are their views (in alphabetical order):


Saturday, December 12, 2015

While the dust settles


Compared to Copenhagen, the new deal reached today in Paris is a surprising success. It is a success in that parties to the conference have agreed on a document that represents a compromise on several issues that have proved contentious among different countries, and among different social groups within each nation.

Friday, December 11, 2015

Der Wissenschafts-Blog des Jahres wird gewählt.

Die Firma "Science&Media; Büro für Wissenschafts- und Technikkommunikation" teilt mit:
Der Wissenschafts-Blog des Jahres wird gewählt.

Auch "Die Klimazwiebel" ist wieder unter den Kandidaten.
                             
Wie im letzten Jahr haben wir die Blogs, die sich mit Wissenschaft beschäftigen und die Blogs, die Wissenschaftskritik zum Thema haben, in zwei getrennten Abstimmungen zur Wahl gestellt: zum einen zum „Wissenschafts-Blog des Jahres 2015“, zum anderen zum „Blogteufelchen der Wissenschaftskritik“.

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich an der Wahl beteiligen.

Falls Sie in Ihrem Blog auf die Wahl hinweisen wollen, benutzen Sie bitte diesen Link: http://wp.me/1XAlm